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Irak : Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad

  • Aktualisiert am

Aufräumen nach dem Anschlag in Bagdad Bild: AP

Die Bewohner Bagdads hatten gerade wieder Vertrauen gefasst, die Sicherheitslage in der Stadt hatte sich zuletzt deutlich gebessert. Nun wurden bei gleichzeitigen Bombenanschlägen auf zwei Marktplätze laut Polizei 55 Menschen getötet.

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          Bei Bombenanschlägen auf zwei Marktplätze in Bagdad sind am Freitag zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl der Opfer ist gleichwohl unbekannt. Die Polizei sprach zunächst von 55 Toten; laut anderen Angaben wurden sogar 61 Menschen getötet. Dutzende Menschen wurden bei den Taten verletzt.

          Eine Attentäterin sprengte sich auf dem beliebten Ghasil-Kleintiermarkt im Zentrum der irakischen Hauptstadt in die Luft. Allein diese Explosion tötete laut Angaben der Polizei 45 Menschen. Es wäre damit einer der schwersten Anschläge in Bagdad seit Monaten. Der Ghasil-Markt war im vergangenen Jahr mindestens dreimal Ziel von Attentaten. Bei einem zweiten Anschlag auf einen Geflügelmarkt im Süden Bagdads wurden nach Polizeiangaben zehn Menschen getötet und 30 verletzt.

          Bewohner hatten gerade wieder Vertrauen gefasst

          Am Ghasil-Markt luden Polizisten und Sicherheitskräfte Verwundete in Autos und auf Kleinlaster, wie Augenzeugen berichteten. Rettungswagen versuchten, sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. Der Markt gehört zu den beliebtesten Treffpunkten Bagdads. Jeden Freitag strömen Hunderte Menschen an die Stände, an denen Hunde, Affen, Papageien, Tauben und Tropenfische angeboten werden.

          Amerikanische Soldaten halfen laut Augenzeugen, die Gegend rund um den Ghasil-Markt abzuriegeln. Vor dem Anschlag hatten die Bewohner Bagdads angesichts der verbesserten Sicherheitslage langsam wieder mehr Vertrauen gewonnen. Das amerikanische Militär hatte jedoch wiederholt davor gewarnt, dass ein abermaliger Anstieg der Gewalt im Irak möglich sei.

          Seit Juni nahm die Zahl der Anschläge in dem Land um insgesamt 60 Prozent ab, nachdem der Irak zuvor am Rande eines ausgewachsenen Bürgerkriegs gestanden hatte. Der Erfolg wird auf die Stationierung von 30.000 zusätzlichen amerikanischen Soldaten im Juni und den verstärkten Einsatz irakischer Freiwilligen-Patrouillen zurückgeführt.

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