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Irak : Chemiewaffenexperte der IS-Miliz getötet

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Ein Mann geht am Freitag durch die Stadt Kobane, die nach Kämpfen zwischen Kurden und der IS-Miliz weitgehend zerstört ist Bild: Reuters

Das amerikanische Militär meldet die Tötung eines gefährlichen IS-Unterstützers: Abu Malik, der schon für Saddam Hussein Chemiewaffen herstellte, starb bei einem Luftangriff. Die Extremisten sind laut den Vereinigten Staaten dadurch geschwächt.

          Bei einem Luftangriff der internationalen Koalition gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist nach amerikanischen Angaben ein Chemiewaffenexperte getötet worden. Der IS-Extremist Abu Malik sei bereits am vergangenen Samstag in der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul umgekommen, teilte das amerikanische Militärkommando Centcom am Freitag mit. Malik habe für das Chemiewaffenprogramm des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein gearbeitet und sich 2005 nach dessen Sturz dem Terrornetzwerk Al Qaida angeschlossen. Später sei er dann zur IS-Miliz gestoßen.

          „Seine frühere Ausbildung und Erfahrung haben der Terrorgruppe die Fachkenntnis gegeben, nach Chemiewaffen zu streben“, erklärte Centcom. Abu Maliks Tod werde die Fähigkeiten der Dschihadisten verringern, „möglicherweise Chemiewaffen zu produzieren und gegen unschuldige Menschen einzusetzen“. Ob das amerikanische Militär oder ein Kampfflugzeug eines verbündeten Staates den tödlichen Luftangriff flog, war zunächst nicht bekannt.

          Die Vereinigten Staaten hatten am 8. August mit Luftangriffen auf IS-Stellungen im Irak begonnen, am 23. September wurde der Einsatz auf Syrien ausgeweitet. An der „Operation Inherent Resolve“ getauften Mission beteiligen sich in Syrien Kampfflugzeuge aus Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Irak unterstützen Australien, Belgien, Großbritannien, Kanada, Dänemark, Frankreich und die Niederlande die Luftangriffe.

          Die Dschihadisten eroberten im Zuge des Bürgerkrieges in Syrien große Gebiete des Landes und fielen auch in den benachbarten Irak ein. In den von ihnen kontrollierten Regionen errichteten sie ein sogenanntes Kalifat. Die IS-Miliz will dort eine kompromisslose Auslegung der religiösen Gesetze der Scharia durchsetzen und begeht Gräueltaten an der Zivilbevölkerung.

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