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Irak : Britische Soldaten gewaltsam befreit

  • Aktualisiert am

Gefängnis von Basra zum Teil zerstört Bild: AP

Britische Soldaten haben das Gefängnis von Basra gestürmt, um zwei ihrer Armeeangehörigen aus irakischem Gewahrsam zu befreien. Die gewaltsame Aktion stößt bei den Irakern auf Empörung - London jedoch verteidigt das Vorgehen.

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          Britische Truppen haben ein Gefängnis im südirakischen Basra gestürmt, um zwei verdeckt arbeitende Soldaten zu befreien. Der britische Kommandeur in Basra, John Lorimer, sagte am Dienstag, er sei in Sorge um das Leben der beiden Soldaten gewesen, nachdem die irakische Polizei diese einer Miliz übergeben habe.

          Daraufhin habe er die Entscheidung getroffen, das Gefängnis einer Polizeiwache am Montag zu stürmen. Ein Schützenpanzer habe eine Außenmauer des Gefängnisses niedergerissen. Allerdings seien die beiden Briten nicht dort, sondern in einem nahegelegenen Haus festgehalten worden, aus dem sie dann gerettet worden seien.

          Briten verteidigen die Aktion

          Bei den irakischen Behörden sorgte die britische Militäraktion für Empörung. Der irakische Gouverneur Mohammed al Waili sagte, die Briten hätten bei dem Angriff auf das Gefängnis zehn gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Er sprach von einem „barbarischen, primitiven und unverantwortlichen“ Akt. Ein Augenzeuge, der irakische Kameramann Akuil Dschabbar, berichtete, bei dem Sturmangriff auf das Gefängnis seien auch etwa 150 irakische Häftlinge geflohen. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, drei britische Soldaten sollen verletzt worden sein.

          Der britische Verteidigungsminister John Reid verteidigte am Dienstag das Vorgehen der Truppen. Es sei vereinbart gewesen, daß die festgenommenen Soldaten den britischen Streitkräften übergeben werden sollten. Erst nachdem dies nicht geschehen sei, sei die Mauer eingebrochen worden. Die Flucht von 150 Gefangenen wollte das Ministerium nicht bestätigen.

          „Das ist Terrorismus“

          In Basra verlautete am Dienstag, die schiitische Mahdi-Armee des Predigers Muktada al-Sadr habe sich der beiden britischen Soldaten bemächtigt. Möglicherweise habe die Miliz die Soldaten gegen zwei führende Mitglieder der Sadr-Bewegung austauschen wollen. Ahmed al-Fartusi und Abu Sadschad waren am vergangenen Wochenende von den multinationalen Truppen unter Terrorverdacht festgenommen worden. Eine offizielle Bestätigung hierfür gab es jedoch nicht.

          Unbestritten ist lediglich, daß die beiden Briten, die am Montag in Zivilkleidung durch Basra gefahren waren, an einer Straßensperre in einen Schußwechsel mit irakischen Polizisten verwickelt waren. Dabei soll mindestens ein Polizist getötet worden sein. Dann wurden die Briten von der Polizei festgenommen und später von den britischen Truppen mit Waffengewalt befreit. Dabei griffen vor dem Polizeigefängnis rund 300 wütende Iraker die Soldaten mit Brandbomben an. Mehrere Soldaten erlitten Brandverletzungen. Nach irakischen Angaben starben fünf Iraker, zehn weitere wurden verletzt.

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