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Irak-Besuch des Papstes : Franziskus als Extremreisender der Liebe

„Abdruck der Hoffnung“: Ein irakischer Künstler malt ein Wandbild von Papst Franziskus an die Wand der Sayidat-al-Nejat Kathedrale in Bagdad Bild: dpa

Trotz Corona und Sicherheitsrisiken hält Franziskus an seinem Besuch im Irak fest. Der Papst will den bedrängten Christen Mut machen – und den Traum eines seiner Vorgänger erfüllen.

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          In Mossul zeigen sich auch hartgesottene Kämpfer in diesen Tage von ihrer friedfertigen Seite. „Der Papstbesuch überbringt eine Botschaft des Friedens. Ich hoffe, er bringt uns Iraker als Brüder zusammen“, sagt ein Kommandeur schiitischer Paramilitärs, die in der Stadt und ihrer Umgebung gefürchtet und nicht gerade als Friedensstifter bekannt sind. „Baba“ nennen die Polizisten den Papst, die mit Helm, Schutzweste und Sturmgewehr über den Verkehr wachen. „Ya Baba!“, ruft einer aus. „Vielleicht kann er das Land ja retten.“ Der Spott des Mannes gilt den irakischen Politikern. Der Besuch von Papst Franziskus ist für ihn wie für viele andere eine große Sache. Im Gouverneurssitz in Mossul herrscht Hochbetrieb. Kirchen werden hergerichtet, Straßen asphaltiert, Willkommensgemälde angefertigt und Fähnchen in den Farben des Landes und des Vatikans angebracht.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Und auch der Vatikan lässt keinen Zweifel daran, dass die 33. Auslandsreise von Papst Franziskus, die ihn von Freitag bis kommenden Montag in den Irak führt, etwas besonderes ist. Matteo Bruni, Direktor des Presseamts des Heiligen Stuhls, konnte gar nicht oft genug wiederholen, sie sei anders als alle seine Reisen zuvor.

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