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Irak : Anschlag während Feiern zum Truppenabzug

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Vorbereitungen für den Rückzug auf amerikanischer Militärbasis Bild: dpa

Mit einem weiteren Anschlag haben Aufständische in Kirkuk die Lage vor dem Abzug der Amerikaner zu destabilisieren versucht. Es hatte ein nationaler Feiertag auf dem irakischen Kalender werden sollen: Würdenträger und Soldaten feierten mit Paraden und Girlanden.

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          Bei der Explosion einer Autobombe in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind am Dienstag mindestens 15 Personen getötet und 40 verletzt worden. Das Fahrzeug war nach Polizeiangaben in der Nähe eines belebten Marktes abgestellt. Der Anschlag überschattete die Feiern zum Teilabzug der amerikanischen Truppen.

          Die Iraker feierten am Dienstag den Abzug der amerikanischen Soldaten aus deren Stützpunkten in den Städten und Dörfern. Die irakische Regierung hatte den Tag zum nationalen Feiertag erklärt. Panzer und gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte waren mit Blumengirlanden und Fahnen geschmückt. Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki sagte am Dienstag vor Kommandeuren der irakischen Polizei und Armee: „Die Terroristen greifen die Einheit des irakischen Staates und seines Volkes an. Sie versuchen, den Konflikt zwischen den verschiedenen Religionsgruppen wieder anzufachen, indem sie mal in den Vierteln der einen und mal in den Vierteln der anderen Anschläge verüben. Aber Gott sei Dank ist dieser Konflikt beendet.“

          Der irakische Präsident Dschalal Talabani dankte den Vereinigten Staaten und würdigte die „Opfer“, die Amerika erbracht habe. „Sie haben die Last und die Gefahren getragen im Kampf gegen das grausamste Regime und gegen den gemeinsamen Feind – den Terror“, sagte er im staatlichen Fernsehen.

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          Irak : Anschlag während Feiern zum Truppenabzug

          Noch am Dienstag vier tote Amerikaner in Bagdad

          Maliki kritisierte „die Skeptiker, die nicht geglaubt haben, dass die Iraker selbst für ihre Sicherheit sorgen können“. Künftig sollen rund 500.000 irakische Polizisten und 250.000 irakische Soldaten weitgehend die Verantwortung für die Sicherheit im Lande tragen. Der Kommandeur der amerikanischen Truppen im Irak, Heeresgeneral Raymond Odierno, warf Iran vor, irakische Aufständische auszubilden und zu Unterstützten. „Viele der Angriffe in Bagdad werden von Personen ausgeführt, die von Iran unterstützt werden“, sagte Odierno auf einen Stützpunkt nahe Bagdad. Am Montag waren nach amerikanischen Armeeangaben vom Dienstag noch fünf amerikanische Soldaten im Kampf gegen Aufständische gefallen. Demnach wurden vier von ihnen am Montag in Bagdad getötet, ein fünfter war schon am Sonntag ums Leben gekommen.

          Unterdessen erteilte der Irak am Dienstag erstmals seit fast vierzig Jahren ausländischen Unternehmen eine Lizenz für die Erschließung seiner Erdölvorkommen. Den Zuschlag für das derzeit wichtigste irakische Ölfeld Rumaila erhielt ein Konsortium der Konzerne British Petroleum (BP) und China National Petroleum Corp. (CNPC).

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