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Irak : 18 Leichen bei Mossul gefunden - Polizeichef von Sadr City tot

  • Aktualisiert am

Trotz Terror will Ministerpräsident Allawi am Wahltermin festhalten Bild: dpa/dpaweb

Wieder trifft der Terror im Irak Polizisten und Sicherheitskräfte - auch den Polizeichef des Bagdader Schiitenviertels Sadr City. Unterdessen meldet eine Zeitung, daß zwei Cousins von Saddam Hussein in Schweden um Asyl bitten.

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          In der Nähe der irakischen Stadt Mossul sind die Leichen von 18 Irakern gefunden worden, die sich um eine Anstellung bei den amerikanischen Streitkräften beworben hatten. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden die Jugendlichen und jungen Männer im Alter von 14 bis 20 Jahren bereits am 8. Dezember von Aufständischen erschossen. Sie seien von einer irakischen Firma für die Arbeit auf einem amerikanischen Stützpunkt in Mossul engagiert worden.

          Die beiden Kleinbusse, welche die Männer von Bagdad ins 360 Kilometer entfernte Mossul bringen sollten, seien rund 50 Kilometer vor der Stadt gestoppt worden, teilte die Polizei in der Hauptstadt mit. Wie es weiter hieß, wurden den Männern die Hände gefesselt. Sie seien mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet worden. Ihre Leichen wurden am Mittwoch auf einem Feld entdeckt.

          Polizeichef von Sadr City erschossen

          Bei Ramadi, westlich von Bagdad, wurden unterdessen drei jordanische Lastwagenfahrer tot aufgefunden. Ihre Leichen wiesen Schußwunden am Kopf auf, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sagte. An den Leichen wurde ein Zettel hinterlassen mit der Aufschrift: „Das ist das Schicksal eines jeden, der mit den Amerikanern zusammenarbeitet.“

          Auch der Polizeichef des Bagdader Schiitenviertels Sadr City ist erschossen worden. Unbekannte hätten am Donnerstag morgen mit automatischen Waffen auf General Abdel Karim geschossen, als er in seinem Wagen im Westen der irakischen Hauptstadt unterwegs war, teilte das irakische Innenministerium mit. Karim sei sofort nach dem Angriff im Stadtviertel Kamalijah tot gewesen. Erst am Dienstag dieser Woche war der Gouverneur von Bagdad, Ali Al-Haidri, erschossen worden. Trotz des Terrors in seinem Land will Ministerpräsident Ijad Allawi am Wahltermin 30. Januar festhalten.

          Am Mittwoch wurde ein ranghohes Mitglied der kommunistischen Partei in Bagdad tot aufgefunden. Hadi Saleh wurde mit verbundenen Augen und gefesselten Händen in seinem Haus gefunden, wie das Innenministerium mitteilte. Er sei vermutlich erdrosselt worden. Saleh war bei den Gewerkschaften der Kommunistischen Partei für die Außenbeziehungen verantwortlich. Die Partei machte Anhänger des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein für den Tod Salehs verantwortlich.

          Zeitung: Cousins von Saddam bitten in Schweden um Asyl

          Zwei Cousins des gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein haben in Schweden um Asyl gebeten. Die schwedischen Behörden wollen nach Informationen der arabischen Zeitung „Al-Hayat“ in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie die beiden Männer als politische Flüchtlinge anerkennen.

          Wie die Zeitung am Donnerstag berichtete, wird einer der beiden von Saddams Familie verdächtigt, Abed Hammud al Tikriti an die Amerikaner verraten zu haben. Abed Hammud, ein entfernter Verwandter Saddams, der diesem einst als Privatsekretär gedient hatte, sitzt inzwischen ebenso wie sein früherer Chef im Gefängnis.

          Unter Exil-Irakern in Schweden habe die Nachricht für Aufruhr gesorgt, daß die beiden in Schweden an einem geheimen Ort auf ihren Asylentscheid warteten, schrieb die Zeitung weiter. Einige Opfer des früheren Regimes hätten ihre in Schweden lebenden Landsleute auf Flugblättern aufgefordert, dagegen zu protestieren, „daß Mörder mit uns leben“. Die amerikanische Regierung soll über die Flucht der beiden Männer aus dem Irak im Bilde sein.

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