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Auf der Fahrt übers Mittelmeer : 115 Menschen nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

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Die Schlepper schicken immer wieder überfüllte Holzboote aufs Meer: Von diesem Boot mussten 2014 200 Menschen gerettet werden. (Archivbild) Bild: dpa

Laut der libyschen Küstenwache werden 115 Menschen vermisst. Weitere 137 Personen wurden gerettet und zurück nach Libyen gebracht. Das UNHCR spricht von der „schwersten Tragödie im Mittelmeer“ des laufenden Jahres.

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          Nach einem schweren Bootsunglück vor der Küste Libyens werden 115 Menschen vermisst. Das sagte ein Sprecher der libysche Küstenwache am Donnerstag. Zuvor hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk mitgeteilt, dass bei dem Unglück mit einem Flüchtlingsboot auf dem vor der libyschen Küste womöglich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen seien, die Internationale Organisation für Migration (IOM) befürchtete sogar bis zu 150 Tote.

          Insgesamt seien 250 Menschen an Bord des Holzboots gewesen, sagte Marinesprecher Ajub Kassim der Deutschen Presse-Agentur. Die Küstenwache habe zusammen mit einigen Fischern 134 Migranten aus verschiedenen afrikanischen und arabischen Ländern gerettet. Zunächst war von 145 Personen die Rede gewesen. Zudem sei eine Leiche aus dem Wasser geborgen worden. Nach UN-Angaben startete das Boot vdas die Überfahrt vom Küstenort Al-Chums.

          Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi, sprach auf Twitter von der „schwersten Tragödie im Mittelmeer“ des laufenden Jahres. Er forderte, die Seenotrettung dort wieder aufzunehmen, die Internierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen zu beenden und mehr sichere Routen aus dem Land zu ermöglichen. „Sonst ist es für viele weitere verzweifelte Menschen zu spät“, schrieb Grandi.

          Derzeit sind keine privaten Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Die deutsche Organisation Sea-Eye kündigte ist am Donnerstag mit der „Alan Kurdi“ in Richtung der Rettungszone vor der libyschen Küste aufgebrochen. Dort werde sie voraussichtlich Dienstag eintreffen, erklärte die Regensburger Organisation. Innerhalb der Europäischen Union läuft ein Streit darüber, wie Migranten verteilt werden sollen, die im Mittelmeer gerettet werden.

          Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten für Menschen, die nach Europa kommen wollen. Beim Versuch, es zu überqueren, kamen dieses Jahr nach IOM-Angaben bereits mehr als 680 Menschen ums Leben. Mehr als 3700 seien aufgegriffen und in Internierungslager in Libyen gebracht worden. Der nordafrikanische Staat ist ein Transitland für Tausende von Migranten.

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