https://www.faz.net/-gpf-89l9l

Investigativjournalist : Wallraff wollte sich gegen IS-Geisel austauschen lassen

  • Aktualisiert am

Wollte sich nach eigener Aussage gegen eine „IS“-Geisel austauschen lassen: der Journalist Günter Wallraff Bild: dpa

Der Journalist Günter Wallraff wollte sich im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben gegen eine amerikanische Geisel der Terrormiliz „Islamischer Staat“ austauschen lassen. Doch die amerikanische Botschaft lehnte ab.

          Investigativjournalist Günter Wallraff (73) wollte sich gegen einen von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) entführten Amerikaner austauschen lassen. „Ich suchte Kontakt zur amerikanischen Botschaft und bot denen an, dass ich mich gegen ihn austauschen lasse“, sagte Wallraff dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Die Botschaft habe ihm jedoch klar gemacht, dass ein Austausch nicht infrage komme, weil Wallraff kaum Überlebenschancen habe. Auch sein Angebot, das vom IS geforderte Lösegeld aufzubringen, hätten die Amerikaner abgelehnt.

          Den Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall im vergangenen Jahr. Der Entführte war demnach Peter Kassig, ein ehemaliger amerikanischer Soldat, der eine Hilfsorganisation für Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet hatte. Kassig wurde schließlich im November 2014 vom IS in Syrien getötet. Zu seiner Motivation sagte Wallraff: „Hätte man mich öffentlich massakriert, hätte es in Deutschland eventuell muslimische Jugendliche, die sich zum IS hingezogen fühlen, und für die ich wegen meiner Initiativen für Einwanderer vielleicht eine Orientierung bin, nachdenklich gemacht und sie am Ende von ihrem Entschluss abgebracht.“

          Weitere Themen

          Scholz lässt seine Pläne offen Video-Seite öffnen

          Bewerbung auf SPD-Vorsitz : Scholz lässt seine Pläne offen

          „Ganz klar ist, wir müssen in Deutschland vorankommen mit unserem Land. Wir müssen dafür sorgen, dass der Zusammenhalt besser wird“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für die SPD-Spitze.

          EU-Außenminister fordert Gewaltverzicht

          Proteste in Hongkong : EU-Außenminister fordert Gewaltverzicht

          An diesem Sonntag werden in Hongkong wieder massive Proteste erwartet. Die EU hat nun China ermahnt, die Grundfreiheiten der Demonstranten zu respektieren und den Autonomiestatus von Hongkong unangetastet zu lassen.

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          In einem Gedenkgottesdienst nehmen Angehörige, Freunde und Nachbarn Abschied von dem achtjährigen Jungen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.