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UN-Gesandter im Interview : „Der Konflikt ist nicht allein Sache der Libyer“

Trauerfeier für die Opfer eines Luftschlags der Haftar-Truppen auf eine Militärakademie in Tripolis am 5. Januar 2020, bei dem mindestens 30 Kadetten getötet wurden. Bild: AFP

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Ghassan Salamé, spricht über die Hoffnungen der Libyer auf eine Waffenruhe. Seine Erwartungen an die Berliner Konferenz sind hoch.

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          Herr Salamé, Chalifa Haftar reiste am Dienstag aus Moskau ab, ohne die Vereinbarung für eine Waffenruhe zu unterzeichnen. Wie schwer ist dieser Rückschlag für die Vermittlungsbemühungen?

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Die Waffenruhe selbst ist von allen Parteien respektiert worden und hat alles in allem gehalten. Es gab nur ein paar örtlich begrenzte Verstöße. Für die Menschen ist das eine große Sache: Sie können durchatmen, sie können hoffen, dass die Krankenhäuser nicht mehr von Granaten getroffen werden, können hoffen, dass die 220 Schulen wieder öffnen, wovon 100.000 Kinder betroffen sind. Und sie können hoffen, nicht aus ihren Häusern fliehen zu müssen – die Zahl der Vertreibungen hatte zuletzt in einem unglaublichen Maß zugenommen. Russland und die Türkei wollten diese Waffenruhe mit einem Abkommen konsolidieren. Das hat bislang nicht geklappt. Aber die Waffenruhe ist auch nicht zusammengebrochen. Das ist das Wichtigste.

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