https://www.faz.net/-gpf-9kucy

Julia Timoschenko im Gespräch : „Die Sanktionen gegen den Aggressor sollten verstärkt werden“

Will wieder Ministerpräsidentin der Ukraine werden: Julia Timoschenko Bild: dpa

Nach ihrer Haft tritt Julia Timoschenko abermals als Präsidentschaftskandidatin in der Ukraine an. Im Interview spricht sie über die Annexion der Krim, den Minsker Friedensprozess und ihre Ziele für das Land.

          5 Min.

          Frau Timoschenko, im März vor fünf Jahren begann mit der blitzschnellen Besetzung und Annexion der Krim durch Russland ein neues Kapitel europäischer Geschichte. Wenn Sie damals Präsidentin der Ukraine gewesen wären: Was hätten Sie getan?

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Ich hatte damals kein Amt inne, ich war ja gerade erst aus dem Gefängnis freigekommen. Aber heute erscheint mir ganz eindeutig: Das Erste, was die ukrainische Führung damals hätte tun sollen, wäre die Anrufung der Unterzeichnerstaaten des Budapester Memorandums von 1994 gewesen. Darunter sind Amerika, Großbritannien und, nicht zu vergessen, Russland. Das Memorandum hatte die Unverletzlichkeit der Grenzen der Ukraine garantiert. Es kam als Belohnung für den Verzicht der Ukraine auf die sowjetischen Atomwaffenbestände. So hätte die Staatengemeinschaft die Annexion der Krim verhindern können. Auch in den Vereinten Nationen hätte es Wege gegeben, um aktiv zu werden und ein mögliches russisches Veto zu umgehen, ähnlich wie 1950 zu Beginn des Korea-Kriegs.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Maskenproduktion von Bewooden und von Jungfeld.

          Deutsche Industrie : Masken für alle!

          Auf absehbare Zeit wird nicht nur in Deutschland der Bedarf an Gesichtsmasken riesig sein. Die deutsche Industrie hat längst reagiert und ist aktiv.

          Corona-Quarantäne : Stresstest für die Psyche

          Die behördlich angeordnete Isolierung schützt zwar viele Menschen vor tödlichen Krankheiten. Doch sie kann auch schwere seelische Leiden zur Folge haben, mit monatelangen Nachwirkungen. Was kann man dagegen unternehmen?