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Integration : Erdogan kritisiert deutsche Einbürgerungstests

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Erdogan: Ausländerfeindlichkeit wächst Bild: AP

Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat die deutschen Einbürgerungstests kritisiert. „Ausländerfeindlichkeit“ helfe bei der Integration nicht, sagte Erdogan während eines Besuchs der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Böhmer.

          Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), über die Einbürgerungstests für Ausländer in Deutschland beschwert. Die Tests seien „beunruhigend“, sagte Erdogan bei einem Treffen mit Frau Böhmer in Ankara, wie der türkische Nachrichtensender NTV am Mittwoch berichtete.

          Für eine erfolgreiche Integration werde nicht „Ausländerfeindlichkeit“ gebraucht, sondern die Aufhebung der Schranken für eine Beteiligung der Menschen am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben, sagte Erdogan. Frau Böhmer sagte, Deutschland wolle bei der Überwindung bestehender Probleme mit den Türken in Deutschland und der türkischen Regierung zusammenarbeiten.

          „Wachsende Ausländerfeindlichkeit in Europa“

          In seinem Gespräch mit Frau Böhmer sagte Erdogan laut NTV seine Unterstützung für eine Integration der mehr als zwei Millionen in Deutschland lebenden Türken zu. Der Ministerpräsident habe Probleme der Türken in Deutschland angesprochen; dazu zählten Schwierigkeiten bei der Schulausbildung in türkischer Sprache und Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

          Zudem beklagte Erdogan eine „in letzter Zeit wachsende Ausländerfeindlichkeit in Europa“, die auch negative Auswirkungen auf die Türken in Deutschland habe. Frau Böhmer unternimmt derzeit eine mehrtägige Rundreise durch die Türkei, bei der sie unter anderem den Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Oktober vorbereiten will.

          Merkel zu Besuch bei türkischem Medienkonzern

          Frau Merkel besuchte unterdessen am Mittwoch nachmittag den türkischen Medienkonzern Dogan in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt am Main. Dort wird die Dogan gehörende „Hürriyet“, die größte türkische Auslandszeitung in Europa, produziert. Anlaß für den Besuch von Frau Merkel war das zehnjährige Jubiläum des ebenfalls zu Dogan gehörenden Fernsehsenders „Euro D“, der sich an die in Europa lebenden Türken wendet.

          Bei einer Podiumsdiskussion über die deutsch-türkischen Beziehungen und die Eingliederung der Türken in Deutschland sagte Frau Merkel, die Integration der jungen Männer sei besser fortgeschritten als die der Mädchen und Frauen. Ein Grund dafür sei, daß viele Mütter nicht berufstätig seien und daher nicht Deutsch sprächen. Zur Kritik Erdogans an der deutschen Integrationspolitik äußerte sich die Bundeskanzlerin nicht.

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