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Koranschule für Transpersonen : „Gott hat mich so geschaffen, wie ich bin“

Yunishara Albuchory wurde als Mann geboren, lebt aber seit vielen Jahren als Frau. Bild: Till Fähnders

In Indonesien werden die Islamisten immer mächtiger. Aber es gibt Leute, die sich widersetzen. Ein Besuch in der weltweit wohl einzigen Koranschule für Transgender.

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          Am Ende einer schmalen Gasse, zwischen Hauswänden, an denen der Putz abblättert, liegt die Koranschule für indone­sische Transgender. Der Eingang führt in einen Innenhof mit tropischen Topfpflanzen, Volieren mit Singvögeln und Käfigen mit Kaninchen. Aus dem Hauptgebäude lässt sich ein Murmeln vernehmen. Über dem Eingang hängt ein Rahmen mit dem Zeichen für „Allah“ in arabischer Schrift. In dem Raum haben sich einige Personen zum Beten versammelt.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Darunter sind ein paar Studenten einer Universität hier in der zentraljavanischen Stadt Yogyakarta, die für ein Gespräch mit den Bewohnern des Hauses gekommen sind. Hinter ih­nen stehen drei Transfrauen, die ebenfalls ins Gebet vertieft sind. In regel­mäßigen Abständen lassen sie sich mit den Knien auf den Teppich fallen, beugen den Oberkörper nach vorn und pressen die Stirn auf den Boden. Die nackten Füße ragen mit den Hacken in die Höhe.

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