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Indien und Pakistan : Eine weitere Eskalation?

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Indische Soldaten stehen in der Nähe der Trümmer eines indischen Kampfflugzeuge im Bezirk Budgam im indischen Teil Kaschmirs. Bild: dpa

Laut ihren öffentlichen Äußerungen wünschen weder Pakistan noch Indien eine weitere Eskalation. Aber Worte und Taten klaffen zuweilen auseinander. Bis auf weiteres müssen andere Länder den Streithähnen ins Gewissen reden.

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          Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan appelliert an die indische Regierung. Zwei Staaten, die so bewaffnet seien wie Indien und Pakistan, könnten sich keine Fehlkalkulationen leisten, sagte er. Dieser Einschätzung wird man schwerlich widersprechen können. Aber hier spricht ein Mann, der nicht so eindeutig das Kommando führt, wie sein offizielles Amt suggeriert. Das pakistanische Militär und seine geheimdienstlichen Ableger haben sich seit Jahrzehnten daran gewöhnt, dass sie angeblich im Zweifel besser als die zivilen Politiker wissen, was gut für das Land und seine Sicherheit sei. Entsprechend handeln sie dann auch. Deshalb klingt Imran Khans Angebot gut, man könne doch in einer gemeinsamen Untersuchung klären, ob Pakistan wirklich hinter dem verheerenden Terroranschlag stecke, der kürzlich im indischen Teil Kaschmirs 40 Menschenleben forderte. Aber alle Beteiligten wissen, dass eine solche Untersuchung schnell im Sande verlaufen würde.

          Glaubt man der indischen Seite, so ist der Konflikt, der am Mittwoch mit dem Abschuss zweier indischer Kampfflugzeuge (pakistanische Version) oder je eines indischen und pakistanischen Flugzeugs (indische Version) weiter eskalierte, eigentlich gar keiner zwischen den beiden Staaten. Delhi behauptet, es bekämpfe lediglich Gruppen von Terroristen und versuche Anschläge im indischen Teil Kaschmirs zu verhindern. Damit suggeriert Indien, die pakistanische Regierung sei entweder zu schwach oder nicht willens, sie bei diesem gerechtfertigten Kampf zu unterstützen. Beide Unterstellungen müssen auf eine so auf Prestige und Souveränität bedachte Regierung wie die pakistanische wie ein rotes Tuch wirken.

          Übersteigertes Prestigedenken ist in Situationen wie der auf dem Subkontinent freilich ein schlechter Ratgeber für Politiker. Das sollten sich beide Seiten vor Augen halten. Die indische Außenministerin gab sich bei einem Besuch in China betont zurückhaltend. Ihr Land wünsche keine weitere Eskalation. Wenn man die öffentlichen Äußerungen sowohl von indischer als auch von pakistanischer Seite für bare Münze nehmen könnte, müsste sich niemand ernsthafte Sorgen machen. Aber Worte und Taten klaffen zuweilen weit auseinander. Bis auf weiteres müssen andere Länder den Streithähnen ernsthaft ins Gewissen reden.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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