https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/indien-prophet-mohammed-beleidigt-und-job-verloren-18086386.html

Islamfeindlichkeit in Indien : Prophet beleidigt, Job verloren

Aufgebrachte indische Muslime am Montag in Mumbai Bild: AP

Eine Sprecherin der indischen Regierungspartei fällt durch Mohammed-Äußerungen auf. Die wachsende Islamfeindlichkeit in Indien wird außenpolitisch zum Problem.

          2 Min.

          Mittlerweile reicht ein Funken, um das Feuer der Gewalt zwischen Hindus und Muslimen in Indien anzufachen. Wie schon früher an anderen Orten, ist es nun vor allem in der Stadt Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh zu Ausschreitungen zwischen Angehörigen der beiden Religionen sowie der Polizei gekommen. Nach dem Freitagsgebet bildete sich dort eine Menschenmenge. Es flogen Steine, es gab Verletzte, Scheiben gingen zu Bruch. Die Muslime waren wegen der aus ihrer Sicht beleidigenden Bemerkungen aufgebracht, die eine Sprecherin der indischen Regierungspartei über den Propheten Mohammed gemacht hatte. Darin ging es um die Verbindung des Religionsgründers zu einer Minderjährigen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Sprecherin Nupur Sharma ist seither aus der Partei ausgeschlossen worden. Ebenfalls ausgeschlossen wurde Naveen Kumar Jindal, der den Pressestab der Bharatiya Janata Party (BJP) im Unionsterritorium Delhi angeführt hatte, weil auch er in einem Tweet den Propheten beleidigt haben soll. Die Sprecherin Sharma bat mittlerweile um Verzeihung. „Es war nie meine Absicht, die religiösen Gefühle von irgendjemand zu verletzen“, ließ sie mitteilen. Die Aussagen seien im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gyanvapi-Moschee in Varanasi gefallen, die auf dem Gelände eines ehemaligen Hindutempels stehen soll. Sie habe sich provoziert gefühlt, weil zuvor Hindugötter verunglimpft worden seien.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Alexander Falk

          Alexander Falk : Der tief gefallene Verlagserbe

          Einst war er hoffnungsvoller Nachfolger, dann geriet Unternehmer Alexander Falk auf die schiefe Bahn. Jetzt sollte der BGH über seinen Fall entscheiden - doch daraus wird vorerst nichts.