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„Schreckliche Lage“ : Indien meldet über 392.000 Neuinfektionen und fast 3700 Tote

  • Aktualisiert am

Walter Johannes Lindner (l), Deutscher Botschafter in Indien, steht vor dem Airbus A350 der Luftwaffe am Flughafen , aus dem Hilfsmaterial aus Deutschland entladen wird. Bild: dpa

Indien steckt weiter im Würgegriff der Pandemie. Der Deutsche Botschafter in Delhi, Walter Lindner, berichtet von dramatischen Szenen. Die Bundeswehr ist derweil vor Ort, um eine mobile Sauerstoffgewinnungsanlage zu installieren.

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          In Indien verzeichnete das Gesundheitsministerium 392.488 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind weniger als am Vortag, als das Land erstmals über 400.000 Fälle und damit einen weltweiten Höchstwert registriert hatte. Allerdings gilt es als gesichert, dass es in Indien hohe Dunkelziffern an Infektionen gibt. Insgesamt haben sich mehr als 19,56 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ist der zweithöchste Wert nach den USA.

          Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg seit dem Vortag um 3689 auf 215.542 – auch hier ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen. Indien, wo mehr als 1,3 Milliarden Menschen leben, wird seit Ende Februar von einer zweiten Corona-Welle mit mehreren Virus-Varianten heimgesucht.

          „Die Leute ersticken im Auto“

          Der deutsche Botschafter in Indien, Walter Lindner, hat sich angesichts der Lage in seinem Gastland sehr besorgt geäußert. „Die Lage ist schrecklich und deprimierend“, sagte Lindner am Samstagabend im ZDF-„Heute Journal“. „Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben.“

          Laufend würden Hilfeaufrufe in den Sozialen Medien verbreitet – mit der Hoffnung auf ein Krankenhausbett oder Sauerstoff. „Und am nächsten Tag heißt es dann oft: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen“.“ Die aktuelle Situation sei ein „Riesenschlag“ für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

          120 Beatmungsgeräte aus Deutschland

          Indien verzeichnet derzeit Tag für Tag neue globale Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Mehrere Länder, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Japan, haben Indien Unterstützung zugesagt. Am Samstagabend erreichte eine Maschine der Luftwaffe die Hauptstadt Neu Delhi mit 120 Beatmungsgeräten. An Bord der Maschine, die sonst auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mitglieder der Regierung fliegt, waren auch 13 Sanitätssoldatinnen und Sanitätssoldaten, die eine mobile Sauerstoffgewinnungsanlage der Bundeswehr in Indien aufbauen und Personal des örtlichen Roten Kreuzes einweisen sollen, sagte ein Luftwaffensprecher. Die Sauerstoffgewinnungsanlage ist so groß, dass sie kommende Woche in zwei Transportflugzeugen geliefert werden soll. Dabei sollen auch Medikamente geliefert werden.

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