https://www.faz.net/-gpf-9k8jg

Wegen „drohender“ Attentate : Indien fliegt Luftangriffe in Pakistan

  • Aktualisiert am

Inder feiern die Luftangriffe ihrer Regierung auf eine Islamistengruppe in Pakistan. Die Organisation hatte am 14. Februar 41 indische Sicherheitskräfte bei einem Anschlag getötet. Bild: AFP

Der „Präventivangriff“ habe eine „sehr große Zahl“ islamistischer Kämpfer getötet, so die indische Regierung. Der pakistanische Außenminister spricht von einer Grenzverletzung – und kündigt „eine baldige und wirksame Antwort“ an.

          Der Konflikt zwischen Indien und Pakistan ist am Dienstag weiter eskaliert: Das indische Militär flog nach Regierungsangaben Luftangriffe auf Ziele in Pakistan und tötete dabei eine „sehr große Anzahl“ islamistischer Kämpfer. Der Angriff auf das Lager der Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed (JEM) sei wegen „drohender“ Selbstmordanschläge in Indien erfolgt, sagte ein ranghoher Vertreter des Außenministeriums. Ein Präventivangriff sei „absolut notwendig“ gewesen.

          Die seit Jahren in Indien aktive Gruppe JEM hatte den Anschlag am 14. Februar im indischen Teil Kaschmirs für sich reklamiert, bei dem 40 Angehörige einer indischen paramilitärischen Polizeitruppe getötet worden waren. Pakistan kündigte eine baldige Antwort seiner Streitkräfte an.

          Indiens Landwirtschaftsminister Gajendra Singh Shekhawat schrieb auf Twitter, ein „Terrorcamp“ jenseits der Demarkationslinie in der Kaschmir-Region sei „vollständig zerstört“ worden.

          Der pakistanische Außenminister, Shah Mehsood Qureshi, sprach nach einer Sondersitzung im Außenministerium von einer Verletzung der De-facto-Grenze durch Indien. „Ich würde es eine schwerwiegende Aggression nennen“, sagte er. „Pakistan behält sich das Recht auf Selbstverteidigung und eine angemessene Reaktion vor.“ Pakistans Ministerpräsident Imran Khan habe eine Dringlichkeitssitzung einberufen, sagte Qureshi weiter.

          Pakistan hatte zuvor eine Verletzung der „Line of Control“ (LoC) gemeldet, der faktischen Demarkationslinie zwischen Indien und der pakistanisch verwalteten Kaschmir-Region. Der pakistanische Armeesprecher Asif Ghafoor teilte auf Twitter mit, pakistanische Kampfflieger hätten „rechtzeitig und effektiv“ darauf reagiert. Das habe dazu geführt, dass die indischen Flieger hastig ihre „Nutzlast“ abgeworfen hätten. Es habe keine Verluste oder Schäden gegeben.

          Zunächst war unklar, wo genau die indischen Luftangriffe erfolgten. Indiens Außenministerium nannte Balakot als Angriffsziel – eine Stadt außerhalb des teilautonomen pakistanischen Gebiets in der Region Kaschmir. Von pakistanischer Seite hieß es, die Attacke sei innerhalb dieser Zone erfolgt. Al Dschazira berichtet, dass Anwohner die Kriegsflieger sowie Explosionen im Jaba-Gebiet des pakistanischen Mansehra-Distrikts gehört haben, 60 Kilometer von der LoC.

          Seit einem Krieg 1947 ist die Region zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.

          Weitere Themen

          Notwendigkeit der Zusammenarbeit Video-Seite öffnen

          Maas und Lawrow bekräftigen : Notwendigkeit der Zusammenarbeit

          Bundesaußenminister Heiko Maas und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben die Notwendigkeit für die Zusammenarbeit beider Länder bekräftigt. Sie äußerten sich bei einem Treffen vor der Eröffnung des diesjährigen „Petersburger Dialogs“ in Königswinter.

          Topmeldungen

          Von der Leyen und die EU : Die Hoffnungsträgerin

          An Enthusiasmus fehlt es der neuen EU-Kommissionspräsidentin nicht. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ursula von der Leyen es schafft, ein breites Bündnis im Europaparlament für sich zu gewinnen.

          737 Max : Flugverbot kostet Boeing Milliarden

          Der amerikanische Konzern stellt sich nach den Abstürzen der 737-Max-Maschinen auf hohe Entschädigungen ein. Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Doch die Investoren goutieren die Klarheit.
          Unsere Sprinter-Autorin: Rebecca Boucsein

          FAZ-Sprinter : Wiedersehen mit Greta und Abschied von unserem Wald

          Das Klimakabinett streitet über höhere Preise fürs Fliegen, Greta Thunberg reist mit dem Zug nach Berlin und Forstwirte bangen um einen tief in der deutschen Geschichte verwurzelten Baum. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.