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Wahlkampf in Uganda : „Museveni ist bereit, Tausende zu töten, um an der Macht zu bleiben“

„Er kann uns töten, aber nicht die Sehnsucht nach Freiheit.“ Robert Kyagulanyi Ssentamu alias Bobi Wine fordert den ugandischen Präsidenten Yoweri Musaveni heraus. Bild: Reuters

In Uganda werden die schlimmsten Befürchtungen wahr: Der Wahlkampf mündet in Gewalt. Doch der Oppositionelle Bobi Wine bietet dem Präsidenten die Stirn.

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          Erst am Freitag hat Bobi Wine das Gefängnis verlassen. Doch drei Tage später schon befindet sich der ugandische Oppositionspolitiker und Popstar auf Wahlkampftour. „Wir werden von Lastwagen mit Tränengas, Polizeiautos mit Soldaten und Minibussen verfolgt“, schreibt er am Montag auf Twitter. „Das alles soll Angst machen, aber die Leute werden sich nicht unterkriegen lassen!“ Fünf Stunden vorher schrieb er, die Polizei habe viele Mitglieder seines Teams verhaftet.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Bobi Wine heißt mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi Ssentamu, ist 38 Jahre alt und der aussichtsreichste Herausforderer von Staatspräsident Yoweri Musaveni bei den Wahlen im Januar. Doch der 76 Jahre alte Präsident, ein früherer Rebellenführer, hat bereits angekündigt, sich eine weitere Amtszeit nicht nehmen zu lassen. Die Befürchtungen, dass Uganda ein blutiger Wahlkampf bevorsteht, bewahrheiten sich seit vergangener Woche. Bilder von Soldaten, bewaffneten Männern in Zivil und Straßenbarrikaden kursieren in sozialen Medien; mehrere Dutzend Menschen wurden getötet. Geschäftsleute berichteten am Wochenende von viel Militär in der Stadt. Immer wieder komme es zu Zusammenstößen mit bewaffneten Einsatzkräften.

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