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Proteste in Myanmar : Es wird blutig

  • -Aktualisiert am

Eindeutige Botschaft: Demonstranten in Myanmar Bild: AFP

Jetzt wird also scharf geschossen in Myanmar. Die Demonstrationen gehen aber weiter. Die Generäle müssen Konsequenzen für ihre Vermögen spüren, damit die Gewalt aufhört.

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          Schon in den vergangenen Jahrzehnten ist in Myanmar bei politischen Auseinandersetzungen viel Blut geflossen. Das hat die Hemmschwelle bei vielen allzu sehr gesenkt. Zum Glück halten sich diejenigen, die gegen das Militärregime protestieren, bislang in dieser Hinsicht zurück.

          Aber wer weiß, ob das so bleibt. Die Gegenseite jedenfalls begnügt sich nun nicht mehr mit Tränengas oder Gummigeschossen, sondern schießt auch mit scharfer Munition auf Menschen, die nur ihre Freiheitsrechte und die von ihnen gewählte Regierung zurückhaben wollen.

          Anzeichen für ein Nachgeben sind nicht zu erkennen. Zwar suchen einige Nachbarstaaten in Südostasien das Gespräch mit den Generälen. Aber ohne ernsthafteren Druck von außen werden diese Bemühungen kaum zu vorzeigbaren Ergebnissen führen. Es gibt letztlich nur ein „Argument“, das den Machthabern in Uniform auf Anhieb einleuchtet: wenn sie nicht mehr ungehindert auf ihre Vermögen zugreifen können.

          Da ist nun also die Weltgemeinschaft gefragt. Die Hoffnung auf ein koordiniertes Vorgehen kann realistischerweise nicht sehr groß sein. Aber selbst einer Führung wie der in China, die sich immer gegen „Einmischung“ in vermeintlich innere Angelegenheiten wehrt, könnte angesichts der Situation in Myanmar mulmig werden. Denn mindestens ebenso wie „Einmischung“ fürchtet Peking „Instabilität“. Und die ist in Myanmar nun wirklich gegeben.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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