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Kirchenstreit in Montenegro : Wie Scharfmacher die Geschichte instrumentalisieren

Straßenblockade von Gegnern des neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen in Montenegros historischer Hauptstadt Cetinje am 5. September Bild: AFP

Die Amtseinführung des neuen Metropoliten der Serbischen Orthodoxen Kirche führt zu einem Gewaltausbruch in Montenegro. Viele sehen darin einen Angriff auf die Unabhängigkeit des Landes. Oder steckt eine Intrige dahinter?

          3 Min.

          Montenegro ist mit nicht ganz 700.000 Einwohnern der kleinste der balkanischen Kleinstaaten, und wenn er in den Nachrichten auftaucht, ist das oft kein gutes Zeichen. Das galt auch am vergangenen Wochenende, als Bilder von gewaltsamen Ausschreitungen in der früheren montenegrinischen Hauptstadt Cetinje Aufmerksamkeit erregten. Den Hintergrund der Gewalt bildete die Amtseinführung des neuen Metropoliten der Serbischen Orthodoxen Kirche. Aufgebrachte Menschen demonstrierten dagegen mit der sinngemäßen Begründung, Serbiens Kirche negiere das Existenzrecht des montenegrinischen Staates.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Zwei Interpretationen sind seither zu der Gewalt oft zu hören. Laut der einen steckt der montenegrinische Staatspräsident Milo Djukanović dahinter. Er fördert seit Jahren ein montenegrinisches Nationalbewusstsein, das sich von Serbien abgrenzt. Auch deshalb sei es dem Staatschef nur recht gewesen, dass die Zeremonie der serbischen Kirche von hässlichen Bildern überschattet wurde.

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