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Nach Krawallen bei Gedenkfeier : In Ferguson gilt wieder der Ausnahmezustand

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Am Sonntag waren rund 50 Schüsse gefallen, ein Mann sei von Kugeln aus der Waffe eines Beamten getroffen worden. Bild: AP

Während der Gedenkfeier für den vor einem Jahr erschossenen Michael Brown eskalierte in St. Louis die Gewalt. Nun befürchten die amerikanischen Behörden weitere Ausschreitungen. Sie haben für den gesamten Bezirk den Notstand ausgerufen.

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          Nach den Krawallen am Jahrestag der tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown haben die Behörden den Ausnahmezustand über die amerikanischen Kleinstadt Ferguson verhängt. Die Anordnung vom Montag galt für den gesamten Bezirk St. Louis im Bundesstaat Missouri. Damit ging die Leitung des Polizeieinsatzes in Ferguson an die Bezirksbehörden über, die „Schaden für Personen und Besitz“ bei weiteren Krawallen befürchteten.

          In der Nacht zum Montag war eine friedliche Gedenkfeier für Brown in dem Vorort von St. Louis in Gewalt umgeschlagen. Nach einer Schießerei zwischen zwei Gruppen hatte ein junger Mann auch das Feuer auf Polizisten eröffnet. Die Beamten schossen zurück und verwundeten ihn schwer. Bei dem Schützen handelt es sich nach Behördenangaben um einen 18-Jährigen, gegen den am Montag ein Strafverfahren wegen des Angriffs auf einen Polizeibeamten eingeleitet wurde.

          Am Sonntag hatten in Ferguson rund 300 Menschen bei einer Kundgebung an das Schicksal von Michael Brown erinnert. Am Abend heizte sich die Stimmung auf, zwei Geschäfte wurden geplündert. Aus der Menge flogen Gegenstände auf Bereitschaftspolizisten, die eine Hauptstraße abriegelten. Ein Beamter wurde laut Polizei von einem Pflasterstein im Gesicht getroffen und verletzt.

          Brown war am 9. August 2014 nach einem Handgemenge von dem weißen Polizisten Darren Wilson mit mehreren Schüssen getötet worden. Wilson wurde nicht angeklagt, obwohl der Jugendliche unbewaffnet war. Browns Tötung und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der Vereinigten Staaten zu teils gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

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