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Impeachment gegen Trump : Überzeugende Ankläger, faselnde Verteidiger

  • -Aktualisiert am

Mussten viel Spott einstecken: Trumps Verteidiger David Schoen (l.) und Bruce Castor am Dienstag in Washington Bild: dpa

Der frühere Präsident Donald Trump verfolgt das zweite Impeachment-Verfahren aus der Ferne. Angesichts der Leistung seiner Verteidiger soll er vor Wut geglüht haben. Sogar Republikaner lästern über die Anwälte.

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          Eigentlich hatte Jamie Raskin dafür gesorgt, nach dem Vortrag der Verteidigung noch über ausreichend Redezeit für eine Erwiderung zu verfügen. Nachdem Bruce Castor und David Schoen, die Verteidiger Donald Trumps zu den Senatoren gesprochen hatten, trat ein entspannter Chefankläger ans Podium. Schmunzelnd bemerkte Raskin, er werde seine Redezeit nicht ausschöpfen. Er wolle nur hervorheben, dass es noch nie eine derart fraktionsübergreifende Amtsanklage gegeben habe.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Tag eins im Impeachment-Prozess gegen den früheren Präsidenten verlief nicht gut für die Verteidigung. Mehrere republikanische Senatoren äußerten später ihre Verwunderung darüber, dass die Anwälte einen Großteil ihrer Zeit einfach nur gefaselt hätten. John Cornyn etwa, ein Republikaner aus Texas und früherer Richter, sagte, das Verteidigerteam gehöre nicht zu den besten, die er gesehen habe. Cornyn zählt zu jenen 80 Prozent seiner Fraktion, die den Prozess gegen Trump für verfassungswidrig halten. Deutlicher wurde Bill Cassidy aus Louisiana: Die Ankläger hätten überzeugende Beweise geliefert – die Verteidigung nicht. Auch Cassidy hatte, wie Cornyn, im Januar den zweiten Impeachment-Prozess einen Fehler genannt. Am Ende des ersten Prozesstages stimmte er indes mit jenen fünf Republikanern, die schon vor zwei Wochen mit den Demokraten für das Verfahren gestimmt hatten.

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