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Elite-Unis wie Cambridge : Immer mehr Betrugsfälle an Englands Universitäten

  • Aktualisiert am

Ein Physik-Gebäude der Cambridge University, fotografiert im März 2018 Bild: AFP

Die Zahl der Studenten, die an britischen Elite-Universitäten beim Schummeln erwischt wurden, ist innerhalb von drei Jahren um ein Drittel gestiegen. Fachleute warnen, das Problem werde nicht ernst genug genommen.

          An britischen Unis wird immer mehr geschummelt. Das geht aus einer Anfrage des „Guardian“ an die Universitäten der Russell Group hervor, einem Zusammenschluss von 24 britischen Universitäten. Darunter befinden sich auch Elite-Einrichtungen wie Oxford und Cambridge. Zwischen 2014 und 2017 ist die Zahl von Fällen akademischen Fehlverhaltens demnach von 2640 auf 3721 gestiegen – eine Zunahme um 30 Prozent. Plagiate machten deutlich mehr als die Hälfte der Verstöße aus.

          Als möglicher Grund wird angegeben, dass Studenten heute mehr unter Druck stünden als je zuvor. Das liege an den steigenden Kosten des Studiums und gleichzeitig steigenden Schulden der Studenten, die einen zügigen Abschluss anstreben. Ebenfalls eine Rolle spiele der Umstand, dass Schummeln zunehmend leichter sei – etwa durch Websites, die Essays auf Bestellung anbieten.

          Zuletzt seien sogar immer wieder Vertreter von Ghostwriting-Unternehmen aufgefallen, die auf dem Campus verschiedener Unis Visitenkarten verteilten. Auch per Mail und Twitter würden diese zweifelhaften Unternehmen aggressiv Werbung machen.

          Der Anstieg sei aber auch darauf zurückzuführen, dass die Unis immer besser darin würden, solche Vorfälle aufzuzeichnen. Gleichzeitig würden sie aber nicht genug Konsequenzen ergreifen. Das sei gefährlich. Denn das akademische Fehlverhalten, so ein anderer Fachmann im „Guardian“, könne den exzellenten Ruf britischer Universitäten auf Dauer beschädigen.

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