https://www.faz.net/-gpf-8wunb

Neue Amtszeit Ahmadineschads : Nicht verboten

Einst führte er das Land in politische und wirtschaftliche Isolation, nun könnte Mahmud Ahmadineschad wieder als Präsidentschaftskandidat Irans antreten. Schlecht wäre das nicht unbedingt.

          1 Min.

          In seinen acht Jahren als Staatspräsident der Islamischen Republik Iran hat Mahmud Ahmadineschad seinem Land viel Schaden zugefügt – er hat es von 2005 bis 2013 politisch isoliert und wirtschaftlich ruiniert. Wenn er dennoch wieder als Kandidat bei der Präsidentenwahl im Mai antritt, dann könnte er seinem Land sogar einen Dienst erweisen. Denn die Hardliner wollen sich hinter einem Kandidaten versammeln, um so den Amtsinhaber Hassan Rohani, einen Pragmatiker, zu schlagen.

          Dieser Kandidat ist aber nicht Ahmadineschad. Revolutionsführer Ali Chamenei hatte seinem einstigen Schützling noch vor wenigen Wochen geraten, nicht wieder zu kandidieren.

          Noch hat der Wächterrat Ahmadineschads Kandidatur nicht gebilligt. Sie zeigt aber, dass der Hardliner weiterhin spaltet und damit die Chancen auf eine Wiederwahl Rohanis erhöht. Er kratzt aber auch am Ansehen Chameneis, wenn der vormalige Präsident sagt, der habe ihm ja nicht verboten zu kandidieren. Zudem ist Chameneis Favorit, Ebrahim Raissi, kein Schwergewicht mit politischer Erfahrung. Rohani könnte also wiedergewählt werden.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Eine heimliche Weihnachtsfeier?

          Johnson unter Druck : Eine heimliche Weihnachtsfeier?

          Mitarbeiter des britischen Premierministers sollen 2020 inmitten des Lockdowns heimlich eine Weihnachtsfeier in der Downing Street veranstaltet haben. Ein entsprechendes Video bringt Boris Johnson in Erklärungsnot.

          Topmeldungen

          Nach der Flutkatastrophe : Warum ein Ehepaar jetzt an die Ahr zieht

          Tamara Segers und Reinhard Boll wollten helfen und bauten im Flutgebiet eine Kaffeebude auf, die für viele Betroffene zum Ankerpunkt wurde. Jetzt zieht das Ehepaar aus dem Münsterland selbst an die Ahr. Warum?