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IAEA-Chef Grossi : Gespräche über Schutzzone für AKW Saporischschja

Das AKW Saporischschja im September Bild: Reuters

Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde ist mit dem russischen und ukrainischen Außenminister im Gespräch. Er will einen weiteren Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja verhindern.

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          Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat sich zuversichtlich über die Aussichten geäußert, eine Schutzzone um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja zu vereinbaren. Er habe mit Russland, dessen Truppen das größte Kernkraftwerk Europas besetzt halten, und der Ukraine „echte Verhandlungen“ aufgenommen, sagte Grossi am späten Mittwochabend in New York. Während der UN-Vollversammlung habe er sich mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, als auch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba getroffen. „Die Räder sind in Bewegung.“

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Zuvor hatte Grossi abermals beunruhigende Nachrichten über die Vorgänge rund um das Kernkraftwerk mitgeteilt, dessen sechs Reaktoren eine Nettoleistung von 5700 Megawatt erreichen können. Es habe wieder einen Beschuss mit Granaten gegeben, durch den zeitweilig die Stromzufuhr zu einem der Reaktoren unterbrochen worden sei. Personal der IAEA, das sich dort befindet, sei von der Führung der ukrainischen Bedienungsmannschaft des Kraftwerks darüber informiert worden, dass durch den Beschuss Kabel beschädigt worden seien, die zu einem der sechs Reaktoren führen.

          Obgleich derzeit alle sechs Reaktoren abgeschaltet sind, benötigen sie externe Stromzufuhr zur Kühlung, sonst droht äußerstenfalls eine Kernschmelze. Als letzte Sicherung gibt es Dieselgeneratoren. Diese seien nach dem Beschuss automatisch angesprungen und hätten 40 Minuten lang Strom für den betroffenen Reaktor produziert, bis die Stromzufuhr zu einem nahegelegenen Wärmekraftwerk wieder hergestellt worden sei.

          Über seine New Yorker Gespräche sagte Grossi, es gebe noch nicht ein konkretes Ergebnis. Aber er habe den Eindruck, dass es auf allen Seiten die Überzeugung gebe, dass die Einrichtung einer solchen Schutzzone unverzichtbar sei. Weil die Situation rund um das ukrainische Akw sich noch weiter verschlechtert habe und ihm „riesige Sorge“ bereite, sei Eile geboten, sagte der Chef der in Wien ansässigen Organisation aus der UN-Familie. „Wir müssen das so schnell wie möglich entscheiden.“ Er hoffe, dass er bald in die Ukraine und dann auch nach Russland reisen könne, um die Verhandlungen fortzusetzen.

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