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IAEA-Bericht warnt : Iran vernichtet seine Spuren

Rafael Grossi, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), bei einer Pressekonferenz in Wien im Februar. Bild: dpa

Der Tonfall der Internationalen Atomenergiebehörde in ihrem jüngsten Bericht über Irans Nuklearaktivitäten ist dringlicher geworden. Das Regime in Teheran lässt die Grenzen des Wiener Abkommens immer weiter hinter sich.

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          Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien wirken manchmal wie eine Aneinanderreihung von Floskeln und Standardformulierungen. Manchmal versteckt sich eine relevante Aussage nur in der Auslassung einer bestimmten Phrase. Im Bericht an den Gouverneursrat, in dem die Vertreter der wichtigsten Mitgliedstaaten sitzen, über das iranische Nuklearprogramm fehlte im vergangenen März beispielsweise ein Satz aus früheren Dokumenten: dass die Agentur Zugang zu allen Orten erhalten habe, bei denen sie es für nötig erachte.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Jetzt ist IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in seinem Sommer-Bericht noch deutlicher und spezifischer geworden. Er rief Iran auf, „unverzüglich und vollständig mit der Agentur zusammenzuarbeiten, einschließlich des sofortigen Zugangs zu den bezeichneten Orten“. Ähnlich hatte er sich auch schon im März geäußert, aber der Ton wird dringlicher. Die Rede ist von drei Orten in Iran, an denen umfangreiche Planierungsarbeiten vorgenommen worden seien, teils in den Jahren 2003 und 2004, in einem Fall aber auch seit Juli 2019. Es gebe Versuche, Teile des Geländes zu „sanitisieren“ – dieser Begriff aus dem klinischen Sprachgebrauch kann so verstanden werden, dass Spuren vollständig vernichtet werden sollten.

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