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Katalonien-Krise : Hunderttausende demonstrieren in Barcelona gegen Unabhängigkeit

Teilnehmer der Demonstration gegen die Unabhängigkeit Kataloniens in der Innenstadt von Barcelona Bild: Garcia/EPA-EFE/REX/Shutterstock

In Barcelona haben sich 350.000 Menschen an einer Kundgebung für die Einheit Spaniens beteiligt. Ministerpräsident Rajoy schließt derweil nicht aus, die katalanischen Regionalregierung abzusetzen.

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          Hunderttausende haben an Wochenende in rund 50 Städten in Spanien für eine friedliche Lösung der Krise in Katalonien demonstriert. In Barcelona gingen am Sonntag nach Angaben der Veranstalter mehr als eine Million Menschen gegen die Abspaltungspläne der Regionalregierung auf die Straße; die Stadtpolizei sprach von 350.000 Teilnehmern.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Viele Demonstranten forderten die Festnahme des Regionalpräsidenten Carles Puigdemont. „Keine separatistische Verschwörung wird die spanische Demokratie zerstören können“, sagte Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa auf der Kundgebung. Der ehemalige EU-Parlamentspräsident Josep Borrell sagte, die Situation in Katalonien sei nicht mit der in Litauen, dem Kosovo oder Algerien vergleichbar.

          Zu der Kundgebung unter dem Motto „Es reicht! Kehren wir zur Besonnenheit zurück“ hatte die Societat Civil Catalana aufgerufen, die gegen die Unabhängigkeit Kataloniens kämpft. Auch die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy und die liberale Ciudadanos-Partei unterstützten die Demonstration. In einem Referendum, das die Regionalregierung ein Woche zuvor trotz des Verbots durch das Verfassungsgericht abgehalten hatte, hatten sich nach katalanischen Angaben 90 Prozent für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Es hatten sich jedoch nur etwas mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

          Rajoy wies unterdessen Aufrufe zum Dialog mit den Separatisten allerdings abermals scharf zurück. „Spanien wird nicht geteilt werden, und die nationale Einheit wird erhalten bleiben“, sagte er in der Zeitung „El País“. „Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden gesetzgeberischen Instrumente nutzen, um das sicherzustellen.“ Er halte es auch nicht für ausgeschlossen, Artikel 155 der Verfassung anzuwenden, der es der Zentralregierung erlaubt, die Regierungsgewalt in Katalonien an sich zu ziehen. Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González sagte am Samstag in Berlin, er hätte die katalanische Führung wegen des illegalen Referendums längst abgesetzt. Puigdemonts Vorgänger Artur Mas sagte der Zeitung „Financial Times“, Katalonien sei noch nicht reif für die Unabhängigkeit.

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