https://www.faz.net/-gpf-9r76s

Rücktritt gefordert : Hunderte Esten demonstrieren gegen Regierung

  • Aktualisiert am

Tallinn im September 2015 (Symbolbild) Bild: dpa

Die Protestler in Tallinn werfen der regierenden populistischen Ekre-Partei vor, das Land zu einem rechtsextremen Staat umbauen zu wollen. Die Partei ist für ihre migrationsfeindliche Haltung bekannt.

          1 Min.

          Hunderte Esten haben auf einer Demonstration in der Hauptstadt Tallinn am Samstag den Rücktritt der Regierung gefordert. Der Protest richtete sich insbesondere gegen die seit April der Regierung angehörende rechtspopulistische Ekre-Partei. Demonstranten hielten Schilder auf Estnisch, Englisch und Russisch mit Aufschriften wie „Kein Rassismus, keine Islamophobie, kein Hass, keine Gewalt“ hoch.

          In Estland regiert seit April eine Koalition aus der Zentrumspartei, der konservativen Isamaa-Partei und der rechtspopulistischen Ekre-Partei. Die euroskeptische Ekre-Partei ist für ihre populistische Rhetorik und ihre migrationsfeindliche Haltung bekannt.

          Der Protest war von der Bewegung „Ja zur Freiheit, Nein zur Lüge“ organisiert worden. Für das Land mit 1,3 Millionen Einwohnern war die Zahl der Teilnehmer an der Demonstration beachtlich. „Es war ein Protest gegen eine Partei in der Regierung, die alles, was in den vergangenen 30 Jahren getan wurde, auseinanderreißen, die Verfassung ändern und Estland zu einem rechtsextremen Land machen will“, sagte Siim Tuisk, einer der Organisatoren, der Nachrichtenagentur AFP.

          In einer vor der Demonstration veröffentlichten Mitteilung warfen die Organisatoren Regierungsmitgliedern vor, „Ärzte, Forscher, Umweltschützer, ausländische Studenten und Minderheiten zu beschimpfen und zu schikanieren“. Bislang hätten nur „diejenigen, die Alkohol mögen“, von der Regierungspolitik profitiert, fügten sie hinzu. Damit spielten sie auf eine kürzlich beschlossene Steuersenkung für alkoholische Getränke an, die die Esten davon abhalten soll, Alkohol im Nachbarland Lettland zu kaufen.

          Weitere Themen

          Hongkong verhängt ersten Lockdown Video-Seite öffnen

          Corona-Krise : Hongkong verhängt ersten Lockdown

          Es ist der erste Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie. Aufgrund steigender Infektionszahlen gelten seit Samstag Ausgangsbeschränkungen in einigen Vierteln.

          Topmeldungen

          Jung und Alt in der Krise : Ein Abgrund der Pandemie

          Es ist eingetreten, was befürchtet wurde: Opfer der Corona-Krise sind vor allem die Alten. Die Corona-Politik offenbart ein Verhältnis von Alt und Jung, das zu dieser Tragödie beigetragen hat.
          Morgenlicht auf dem Zugspitzmassiv

          Immobilienpreise : Teure Sehnsucht nach dem Bergidyll

          Wohnimmobilien in Skiregionen sind heiß begehrt. Vor allem der deutsche Alpenraum gilt als teuer. Doch international sind die Preise vor allem in der Nähe bekannter Erholungsgebieten noch viel höher.
          Ein Dackel im Wintermantel: Mensch und Hund verbindet nicht der Hang zur warmen Kleidung

          Was Tier und Mensch verbindet : Eine Wohngemeinschaft wie im Märchen

          Nähe wirkt: Menschen und Tiere im Umkreis teilen erstaunlich viele Gewohnheiten. Nur wenn es um Solidarität geht, ist der Mensch kognitiv ambitionierter. Ob das immer gilt, muss er in der Krise beweisen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.