https://www.faz.net/-gpf-7rilx

Human Rights Watch : Irakische Sicherheitskräfte sollen Massaker an Gefangenen verübt haben

  • Aktualisiert am

Schiitische Freiwillige haben sich der Armee angeschlossen, um gegen die radikalsunnitische Gruppe Islamischer Staat (IS) zu kämpfen Bild: AFP

Irakische Sicherheitskräfte und verbündete Schiitenmilizen sollen mehr als 250 sunnitische Gefangene bei Massenexekutionen hingerichtet haben. Das meldet die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“.

          Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beschuldigt irakische Sicherheitskräfte und mit ihnen verbündete Schiitenmilizen der außergerichtlichen Hinrichtung von mehr als 250 sunnitischen Gefangenen. Die Massenexekutionen hätten seit dem 9. Juni offenbar aus Rache für Hinrichtungen von Soldaten durch sunnitische Dschihadisten stattgefunden, erklärte die in New York ansässige Organisation am Freitag.

          Möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit

          Das Vorrücken der Dschihadisten habe die Täter schließlich in die Flucht geschlagen. Möglicherweise sei auch der Tatbestand der Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllt. Die „Gräueltaten“ der radikalsunnitischen Gruppe Islamischer Staat (IS), die sich zum besagten Zeitpunkt noch Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (Isis) nannte, dürften nicht die Massaker von Regierungskräften vergessen lassen, hieß es weiter.

          HRW verfüge über Dokumente, denen zufolge im vergangenen Monat in Mossul, Tal Afar, Bakuba, Dschumarche und Rawa Gefangene massakriert wurden. In einem Fall hätten die Täter dutzende Gefangene bei lebendigem Leib verbrannt, in zwei weiteren Fällen hätten sie Granaten in Gefängniszellen geworfen. Die Organisation forderte eine internationale Untersuchung der Vorfälle.

          Weitere Themen

          Was in der langen Nacht geschah

          FAZ Plus Artikel: Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          „Eine Mischung aus Vertagen, Verzagen und Versagen“ Video-Seite öffnen

          Aktivisten unzufrieden : „Eine Mischung aus Vertagen, Verzagen und Versagen“

          Der Klimaaktionstag hat allein in Berlin mehr als 100.000 Menschen auf die Straße geholt. Sie wollen einen schnellen Wandel der Politik – ernüchternd ist da das Klimaschutzpaket der großen Koalition. In Stockholm meldete sich Greta Thunberg per Videoübertragung zu Wort.

          Zum Vorsprechen bei Gauland

          Streit in der AfD : Zum Vorsprechen bei Gauland

          Die AfD-Führung zitierte am Freitag einige Unruhestifter zum Rapport – einer kam gar nicht erst, sondern schimpfte auf Facebook. Andere verkündeten den Frieden.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.