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Krieg im Jemen : Dutzende Tote bei Kämpfen um Hafen

  • Aktualisiert am

Jemenitische Houthi-Rebellen auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2017. Bild: AP

Die von Saudi-Arabien geführten Truppen setzen ihre schweren Angriffe auf Rebellen im wichtigen Hafen Hudaida fort. Über ihn erreicht ein Großteil der humanitären Hilfe das Land. Russland und der UN-Sicherheitsrat versuchen sich einzuschalten.

          Am zweiten Tag ihrer Offensive auf die strategisch wichtige Hafenstadt Hudaida im Jemen sind Regierungstruppen und deren Verbündete erneut auf zähe Gegenwehr der Rebellen getroffen. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 30 Houthi-Rebellen und neun regierungstreue Kämpfer getötet. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition attackierte Rebellenstellungen aus der Luft. Der UN-Sicherheitsrat forderte die Konfliktparteien auf, den für den Jemen wichtigen Hafen Hudaida offen zu halten.

          Es habe am Donnerstag zwei „feindliche Luftangriffe“ auf Gebiete nahe der Stadt gegeben, erklärten die Houthi-Rebellen über ihren Fernsehsender Al Masirah. Militärangaben zufolge setzte die Koalition auch drei Kampfhubschrauber vom Typ Apache ein. Bereits am Mittwoch hatte die Allianz nach Angaben aus Militärkreisen 18 Luftangriffe auf Huthi-Stellungen in den Vororten Hudaidas geflogen. Nach Angaben von Medizinern wurden dabei 22 Houthi-Kämpfer getötet.

          Mit Unterstützung Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) rücken Soldaten seit Mittwoch auf den Flughafen von Hudaida vor. Dabei wurden nach Militärangaben am Mittwoch vier Soldaten der Emirate getötet.

          Wichtiger Hafen

          Am Donnerstag berichtete die amtliche Presseagentur Saudi-Arabiens von der Eroberung „neuer strategischer Bereiche“. Die Kämpfe wurden vor allem in der Nähe des Flughafens ausgefochten. Der Hafen von Hudaida war weiterhin geöffnet, wie die Hafendirektion mitteilte. Es lägen weiter mehrere Schiffe im Hafen und weitere warteten auf Einfahrt, sagte Hafenchef Dawud Fadel .

          Über den Hafen wird ein Großteil der humanitären Hilfe für das Not leidende Land angeliefert. Die Houthi-Rebellen hatten am Mittwoch erklärt, zwei Schiffe der Allianz an der Küste von Hudaida beschossen und eines davon getroffen zu haben.

          Russland will Ende der Kämpfe

          Russland forderte derweil eine „schnellstmögliche“ Beendigung der Kämpfe im Jemen. Die derzeitige Entwicklung sei „besonders alarmierend“ und werde „katastrophale Folgen“ haben, erklärte das Außenministerium in Moskau. Moskau warnte vor einer weiteren Verschlimmerung der Lage und einem harten „Schlag“ für eine mögliche politische Lösung des Konflikts.

          Der UN-Sicherheitsrat beriet am Donnerstag auf Antrag Großbritanniens über die Offensive im Jemen. Anschließend forderte der Rat, dass der Hafen, über den rund 70 Prozent der Einfuhren in den Jemen abgewickelt werden offen bleiben müsse. Der russische UN-Botschafter und amtierende Ratsvorsitzende Wassili Nebensia sagte, die Mitglieder seien „vereint in ihrer tiefen Sorge über die Risiken für die humanitäre Situation“. Abgelehnt wurde ein Antrag Schwedens für eine vorübergehende Einstellung der Kampfhandlungen, um Zeit für einen Abzug der Rebellen zu gewinnen.

          Katastrophale Folgen

          Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 10.000 Menschen getötet und mehr als 55.000 weitere verletzt. Außerdem starben mehr als 2200 Menschen an Cholera. Die UNO beschreibt die humanitäre Krise im Jemen als die derzeit größte weltweit. 8,4 Millionen Menschen sind demnach von einer Hungersnot bedroht.

          Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich „sehr besorgt über die aktuellen Entwicklungen in Hudaida “. Ein Sprecher appellierte an „alle Konfliktparteien den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten“. Die Kämpfe drohten „die laufenden Vermittlungsbemühungen des UN-Sondergesandten Martin Griffiths weiter zu erschweren“.

          Jemens Regierung begründete die Offensive damit, dass Verhandlungen mit den Houthi-Rebellen zum Abzug aus Hudaida gescheitert seien. „Alle politischen und friedlichen Mittel sind erschöpft“, erklärte die Regierung. Die Regierungstruppen hatten Ende Mai einen ersten Angriff auf die Hafenstadt gestartet, die seit 2014 von den schiitischen, von Iran unterstützten Houthi-Rebellen kontrolliert wird.

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