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Shenzhen und Hongkong : Butterfahrt in die Freiheit

Shenzhen ist die reichste Stadt Südchinas. Bild: EPA

Seit Wochen demonstrieren in Hongkong Hunderttausende für den Erhalt ihrer Freiheit. Doch Chinas Jugend interessiert sich kaum für die Proteste in der Sonderverwaltungszone. Sie will dort lieber Shoppen gehen.

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          Nur ein schmaler Fluss trennt die chinesische Millionenstadt Shenzhen von der Sonderverwaltungszone Hongkong. Neunzehn Minuten dauert die Zugfahrt zwischen beiden Metropolen. Man kann auch zu Fuß über eine Brücke gehen und dann auf der anderen Seite mit der U-Bahn weiterfahren. Im Zehnminutentakt pendeln Linienbusse hin- und her. Man könnte also annehmen, dass es in Shenzhen einen Widerhall findet, wenn in Hongkong mehr als eine Million Bürger auf die Straße gehen, um ihrem Wunsch nach Freiheit Ausdruck zu verleihen. Doch wer in der reichsten Stadt Südchinas danach fragt, trifft auf Desinteresse, Unwissenheit und Befremden. Wer geglaubt hat, im Angesicht von Meinungs- und Versammlungsfreiheit könnte Chinas autoritäres Entwicklungsmodell verblassen, der sieht sich in Shenzhen eines Besseren belehrt.  

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          „China ist wie das Betriebssystem auf dem iPhone, und Hongkong ist wie Android“, sagt ein junger Mann in einem Einkaufszentrum in Shenzhen. „Android lässt seine Nutzer tun, was sie wollen. Sie können sogar das System zerstören. Die Nutzer des iPhones glauben dagegen, dass das Unternehmen in ihrem Sinne die besten Entscheidungen trifft.“ Das Unternehmen, das ist in dieser Metapher die Kommunistische Partei.

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