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Proteste in Hongkong : Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein

  • Aktualisiert am

Hongkong: Ein Polizist vor einem mit Wasserwerfern ausgerüsteten Fahrzeug Bild: dpa

Bei den Demonstrationen in Hongkong gehen wieder Tausende auf die Straße. Einige Demonstranten werfen Pflastersteine und Molotow-Cocktails in Richtung der Polizei. Die Polizisten wiederum setzen erstmals Wasserwerfer ein – und feuern mindestens einen Schuss ab.

          Die Polizei in Hongkong ist mit Wasserwerfern und Tränengas gegen neue Proteste Zehntausender Menschen vorgegangen. Zuvor hatten am Sonntag einige Demonstranten Pflastersteine und auch Molotow-Cocktails geworfen. Die Masse der Protestierenden blieb aber im strömenden Regen bis zum Abend friedlich.

          Die Polizei hatte angedroht, die Versammlungen in der Nähe des Container-Hafens aufzulösen und forderte die Menschen auf, nach Hause zu gehen. Hunderte blieben am Abend aber auf der Straße und diskutierten über die nächsten Aktionen gegen einen stärkeren chinesischen Einfluss auf die ehemalige britische Kronkolonie.

          Wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete, setzte die Polizei erstmals auch Wasserwerfer ein, mit denen demnach zunächst aber nur Barrikaden von der Straße gespült wurden. Laut der Nachrichtenagentur AFP feuerte zudem ein Polizist während einer Demonstration erstmals seit Beginn der Großkundgebungen Anfang Juni mindestens einen Schuss ab. Nach Angaben des Nachrichtenportals „Hong Kong Free Press“ bestätigte ein Superintendent des New Territories South Regional Crime Headquarters, dass ein Schuss abgegeben wurde. Ob es sich dabei um einen Warnschuss handelte, ist bislang unklar. Auf mehreren Bildern sind jedoch Polizisten mit gezückten Waffen zu sehen.

          Bei den Demonstrationen in Hong Kong soll Berichten zufolge erstmals ein Schuss von Seiten der Polizei abgefeuert worden sein.

          Tränengas hatte die Polizei bereits am Samstag eingesetzt, um eine Versammlung aufzulösen. Nach Angaben der Polizei wurden im Zusammenhang mit den Protesten vom Samstag 29 Menschen festgenommen.

          In Hongkong demonstrieren seit Wochen Hunderttausende Menschen. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte durch China und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Auslöser der Demonstrationen war ein – inzwischen auf Eis gelegter – Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China.

          Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. An der Grenze zu Hongkong wurden chinesische Sicherheitskräfte zusammengezogen.

          Mehr Kompromissbereitschaft gefordert

          Am Samstag teilte Hongkongs Regierungschefin Lam auf Facebook mit, sie habe sich mit einer „Gruppe von Menschen“ getroffen, um zu besprechen, wie man einen Dialog einleiten könne. An dem Treffen nahmen 19 führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik teil, wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ unter Berufung auf mehrere Quellen berichtete.

          Mehr als die Hälfte der Anwesenden soll Lam demnach dazu geraten haben, mehr Kompromissbereitschaft gegenüber den Demonstranten zu zeigen. So hätten sie Lam dazu aufgerufen, eine unabhängige Untersuchung über Polizeigewalt bei den Protesten einzuleiten und das Auslieferungsgesetz auch formell zurückziehen. Beides sind Kernforderungen der Protestbewegung.

          Hongkong macht seit Wochen mit Massenprotesten Schlagzeilen. Ausgelöst wurden sie durch ein umstrittenes Auslieferungsgesetz, das mittlerweile auf Eis gelegt wurde. Doch viele Menschen gehen weiter auf die Straße – gegen Polizeigewalt und für ihre Rechte, die sie durch die Einflussnahme Pekings bedroht sehen. Bilderstrecke

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