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Proteste in Hongkong : Chinas Moment der Wahrheit

Ein Graffiti an einer Brücke, aufgenommen am 9. August, ruft zur Befreiung Hongkongs auf. Bild: AFP

Hongkong ist nicht die Krim. Die Millionenstadt ist kein fremdes Territorium, das sich das autoritäre China einverleiben will. Um so mehr muss es dabei bleiben: Ein Land, zwei Systeme.

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          Mit der politischen Krise in Hongkong hat China einen Moment der Wahrheit erreicht. Ist das von Staatschef Xi Jinping geschaffene System so sehr in Paranoia und Allmachtfantasien gefangen, dass es zum äußersten Mittel greift, einer blutigen Niederschlagung der Proteste? Oder ist es noch in der Lage, die Kosten nüchtern zu kalkulieren, einen Schritt zurückzutreten und auf eine komplexe Lage mit komplexen Antworten zu reagieren?

          Innerhalb von nur zwei Monaten hat sich die Protestbewegung in Hongkong für Xi zur größten Herausforderung seiner bisherigen Amtszeit entwickelt. Die Politik der Zentralregierung hat sich dabei als Brandbeschleuniger erwiesen. Schon die Entscheidung, ohne Not ein Auslieferungsgesetz gegen allen Widerstand in der Bevölkerung durchzudrücken, zeugt von einer Fehleinschätzung der Lage in Hongkong und von der Unfähigkeit der kommunistischen Führung, in einem Umfeld zu agieren, in dem sie die öffentliche Meinung nicht einfach diktieren kann.

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