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Homo-Ehe : Vorstoß für gleichgeschlechtliche Ehe in Spanien und Frankreich

  • Aktualisiert am

Bald mit Ring: Pärchen auf einer Pariser Hochzeitsmesse Bild: AFP

Das spanische Verfassungsgericht hat eine Klage gegen die gleichgeschlechtliche Ehe abgelehnt. In Frankreich bringt die französische Regierung ein Gesetz zur Homo-Ehe auf den Weg, außerdem sollen gleichgeschlechtliche Paare dort das Adoptionsrecht erhalten.

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          Spaniens Verfassungsgericht hat eine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern für verfassungsgemäß erklärt. Mit
          acht zu drei Stimmen lehnten die Richter am Dienstagabend in Madrid
          eine bereits vor sieben Jahren eingereichte Klage der konservativen
          Volkspartei (PP) ab. Spanien war 2005 unter der Regierung des
          sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero
          eines der ersten Länder der Welt, das homosexuellen Paaren nicht nur
          Eheschließungen, sondern auch die Adoption von Kindern erlaubte.





          Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe führte damals in Spanien zu Protesten und Polemiken, die bis heute andauern. Auch die
          katholische Kirche rief immer wieder zu Protesten auf; die konservative Oppositions- und heutige Regierungspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy legte Verfassungsbeschwerde ein.

          Nach dem Richterbeschluss kündigte Justizminister Alberto
          Ruiz-Gallardon an, die Regierung werde weder Berufung gegen das
          Urteil einreichen noch das Gesetz modifizieren. Der Vorsitzende des
          spanischen Schwulen- und Lesbenverbands, Boti Garcia Rodrigo, war am Dienstagabend mit dem Richterspruch zufrieden. Ihnen sei „nach sieben Jahren endlich Gerechtigkeit gewährt“ worden. Hunderte homosexuelle Paare feierten den Richterbeschluss am Abend im Stadtzentrum Madrids. Seit der Legalisierung wurden in Spanien rund 22.000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen.


          Auch Frankreich bringt Gesetz auf den Weg

          Die französische Regierung hat am Mittwoch den Gesetzentwurf zur Einführung der Homosexuellen-Ehe und eines Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare auf den Weg gebracht. Dies sei ein Fortschritt „nicht nur für einige, sondern für die gesamte Gesellschaft“, sagte der sozialistische Präsident François Hollande anlässlich der Verabschiedung der Vorlage durch das Kabinett am Mittwoch in Paris, wie Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem anschließend mitteilte.

          Die Nationalversammlung soll sich ab Januar mit dem Gesetzentwurf befassen, gegen den die konservative Opposition und die katholische Kirche Sturm laufen. Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte versichert, dass die Neuregelungen im ersten Halbjahr 2013 in Kraft treten sollen.

          Bereits seit 1999 können homo-, aber auch heterosexuelle Paare in Frankreich eine eingetragene Lebenspartnerschaft (PACS) eingehen. Eine ähnliche Regelung gibt es auch in Deutschland. Nun sollen in Frankreich aber homosexuelle Paare durch die Ehe und das Adoptionsrecht den heterosexuellen Paaren auf nahezu allen Ebenen gleichgestellt werden. Damit soll ein Wahlversprechen Hollandes umgesetzt werden. In Deutschland streitet die Koalition aus Union und FDP derzeit über weitergehende Rechte für Homosexuelle. So ist die FDP für ein Adoptionsrecht, die Union aber dagegen.

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