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Hindu-Fest und Corona : Süßer Nektar der Unsterblichkeit

Massenbad: Gläubige steigen am Mittwoch die Ghats genannten Treppenstufen in den Ganges hinab. Bild: Reuters

Am Ufer des Ganges versammeln sich Millionen Pilger zum Kumbh-Mela-Fest. Angesichts steigender Infektionszahlen in Indien fürchten Kritiker ein Superspreader-Ereignis. Die Gläubigen finden diese Haltung „ignorant“.

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          Von den Ghats, den Treppenstufen am Ganges, drängen die Hindu-Pilger Schulter an Schulter ins Wasser. Der Fluss hat die Farbe von dreckigem Abwaschwasser, aber er ist einigermaßen frisch und kühl; das Wasser kommt in Haridwar ziemlich direkt aus dem Himalaja. Mit Inbrunst werfen sich die Menschen in die Strömung. Ein Glatzkopf mit nacktem Oberkörper hält sich die Nase zu, drückt mit Schwung Kopf und Oberkörper wiederholt dreimal kurz hintereinander in den Strom. Daneben lässt eine Frau im durchnässten Sari Wasser in eine Flasche laufen. Ein anderer Mann schöpft das Wasser mit zusammengefalteten Händen auf, reckt die Hände in die Höhe und lässt es an seinen Armen herabfließen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Etwas entfernt von den größten Menschenansammlungen taucht auch Sunny Prakash mehrere Male hintereinander mit Kopf und Oberkörper in das Wasser ein. Der Chauffeur aus dem Bundesstaat Rajasthan ist mit Kollegen angereist. „Natürlich haben wir Angst vor Corona. Wir haben uns testen lassen, bevor wir hergekommen sind. Der Test wurde an mehreren Stationen geprüft“, sagt er der F.A.Z. nach seinem Bad, während ihm das Wasser noch aus dem Gesicht tropft. Doch die Zeitung „The Indian Express“ berichtete von ganz anderen Beobachtungen während des Kumbh Mela, das in vielen Berichten auch als größtes religiöses Fest der Welt bezeichnet wird.

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