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Rettung im Mittelmeer : Helfer sperren sich gegen italienischen Flüchtlings-Kodex

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Ein Mitarbeiter der spanischen Hilfsorganisation „Proactiva Open Arms“ rettet ein Kind aus einem überfüllten Flüchtlingsboot. Bild: dpa

Italien will weniger Flüchtlinge an seinen Küsten und hat für die Rettungshelfer einen Kodex aufgestellt. Doch die Hilfsorganisationen lehnen die Vorgaben ab. Diese würden ihre Arbeit nur erschweren.

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          Mehrere Hilfsorganisationen sperren sich gegen einen von Italien vorgelegten Kodex zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer. Ärzte ohne Grenzen und die deutsche Organisation Jugend Rettet erklärten am Montag, sie würden den Kodex nicht unterzeichnen. Unter anderem wehren sie sich gegen die Forderung, bewaffnete Polizisten an Bord ihrer Boote zu lassen. Italien zielt mit dem Kodex darauf ab, dass weniger Flüchtlinge an seine Küsten gelangen.

          Der Vorsitzende von Ärzte ohne Grenzen in Italien, Tommaso Fabbri, erklärte nach weiteren Verhandlungen mit der Regierung in Rom: „Wir werden unsere Rettungseinsätze ohne Änderungen fortführen.“ Auf Kritik stößt bei der Organisation auch die italienische Forderung, dass Flüchtlinge nicht von einem Schiff an ein anderes übergeben werden dürfen. Ein Sprecher von Jugend Rettet sagte, die Regeln müssten die Arbeit auf dem Mittelmeer erleichtern und nicht erschweren. Zudem müsse die Sicherheit der Helfer garantiert werden.

          Drei weitere Organisationen sagten Italien dagegen ihre Unterstützung zu. Dabei handelt es sich um Save the children, Moas und Proactiva Open Arms. Italien hatte von den Organisationen auch verlangt, die Ortungsgeräte ihrer Boote nicht auszuschalten und nicht mit Schleppern zu kommunizieren. Nach Angaben der Helfer werden diese Vorgaben bereits jetzt eingehalten.

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