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Italien übte Druck aus : Hilfsorganisation gibt Flüchtlingsrettungsschiff „Aquarius“ auf

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Das Rettungsschiff „Aquarius“ Bild: AFP

Die Betreiber der Seerettungsmission beugen sich dem Druck aus Italien – zumindest vorerst. Denn der Einsatz im Mittelmeer soll trotzdem weitergehen.

          Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée beendet den Einsatz im Mittelmeer mit dem Flüchtlingsrettungsschiff „Aquarius“. Der Entscheidung sei „eine Reihe von gezielten politischen Angriffen auf die lebensrettende Arbeit der Hilfsorganisation“ vorausgegangen, teilte die Organisation am Donnerstagabend in Berlin mit. Allerdings wolle man mit einem anderen Schiff „sobald wie möglich“ zu neuen Einsätzen ausfahren, um Migranten zu retten.

          Die von Ärzte ohne Grenzen (MSF) und SOS Méditerranée gemeinsam betriebene „Aquarius“ liegt derzeit im französischen Marseille vor Anker. Zweimal wurde dem Schiff die Flagge entzogen. Zuletzt warfen italienische Behörden der NGO vor, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben, und drohten mit der Beschlagnahmung des Schiffs. Die populistische Regierung in Italien hat die Häfen des Landes für Seenotretter weitgehend dicht gemacht.

          „Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht. Dass wir jetzt dazu gezwungen sind, den Betrieb der Aquarius einzustellen, während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden, ist ein Armutszeugnis für Europa“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland.

          Nun sollten Möglichkeiten für ein neues Schiff ausgelotet werden. Man sei „auf die Initiative von mutigen Reedereien angewiesen, die bereit sind, ein Zeichen der Solidarität“ zu setzen.

          Die letzte Gruppe von Migranten, die im August an Bord der „Aquarius“ in Malta gelandet waren, ist am Mittwoch nach Deutschland ausgeflogen worden. Demnach wurden die Einwanderer in zwei Flügen nach Düsseldorf und München gebracht.

          Die „Aquarius“ hatte am 10. August 141 Menschen auf dem Mittelmeer an Bord genommen. Nach einem mehrtägigen Tauziehen mit Behörden durfte das Schiff mit inzwischen noch 58 Migranten in Malta anlegen. Premierminister Joseph Muscat erteilte die Genehmigung, nachdem sich Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien bereiterklärt hatten, je einen Teil der Passagiere zu übernehmen.

          Die „Aquarius“ war seit Februar 2016 im Einsatz und hat etwa 30.000 Migranten im Meer gerettet. Weltweit Beachtung fand die Blockade des Schiffs im Sommer mit Hunderten Migranten an Bord. Damals ließ der rechte Innenminister Matteo Salvini das Boot nicht in Italien anlegen. Es musste nach Spanien ausweichen.

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