https://www.faz.net/-gpf-9713d

Hilfskonferenz in Kuweit : Irak braucht 88 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Hofft auf Zusagen der Geberländer: Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi Bild: dpa

Der Irak leidet immer noch unter den Kriegsschäden. Die Regierung in Bagdad sucht nun nach internationalen Investoren für den Wiederaufbau.

          Die irakische Regierung hat den Finanzbedarf für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes beziffert. Der Irak benötige 88,2 Milliarden Dollar (knapp 72 Milliarden Euro), sagte Planungsminister Salman al Dschumaili am Montag zum Auftakt einer Geberkonferenz in Kuweit-Stadt. Die Einschätzung beruhe auf einer Studie irakischer und internationaler Experten.

          Ein ranghoher Mitarbeiter des Planungsministeriums erklärte, der Irak sei auf eine Soforthilfe von 22 Milliarden Dollar angewiesen. Der Rest der Summe müsse mittelfristig fließen. Der Wohnungsbau stelle dabei die höchste Priorität dar.

          Die irakische Regierung hatte im Dezember den Sieg über die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verkündet. Diese hatte seit 2014 zeitweise ein Drittel des irakischen Staatsgebiets unter ihrer Kontrolle, darunter Städte wie Mossul, Tikrit, Ramadi und Falludscha.

          Durch die jahrelangen Kämpfe gegen die IS-Miliz wurden die Industrie und die Infrastruktur des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen. Dabei wurden nach Regierungsangaben rund 70.000 Häuser völlig zerstört. Insgesamt seien fast 140.000 Wohngebäude beschädigt worden, weshalb viele Flüchtlinge im Land auf ihre Rückkehr warteten, erklärte der Präsident des irakischen Wiederaufbaufonds, Mustafa al Hiti. Noch immer sind den Vereinten Nationen zufolge rund 2,5 Millionen Iraker im eigenen Land vertrieben.

          Investoren werden gesucht

          Die Weltbank-Tochter IFC hatte internationale Unternehmen bereits am Sonntag aufgefordert, im Irak zu investieren und auf vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten hingewiesen. Die Regierung in Bagdad hat 157 Projekte aufgeschlüsselt, für die sie Investoren sucht. Mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, der Landwirtschaft und anderer Branchen soll die Abhängigkeit von den Ölexporten geringer werden.

          Am ersten Tag der Konferenz in Kuweit geht es um die Tätigkeit internationaler Organisationen. Der zweite Tag ist der Rolle des Privatsektors beim Wiederaufbau des Iraks gewidmet. Mehr als 2000 Unternehmen und Geschäftsleute werden erwartet. Am dritten Tag wird dann mit den Finanzzusagen der Geberländer gerechnet. Iraks Regierung erhofft sich in Kuweit Zusagen der Geberländer in Höhe von 100 Milliarden Dollar.

          Weitere Themen

          Ranghoher chinesischer Außenpolitiker am Rednerpult Video-Seite öffnen

          FAZ.NET-Livestream : Ranghoher chinesischer Außenpolitiker am Rednerpult

          Auf der 55. Münchner Sicherheitskonferenz lieferten sich am Samstagvormittag bereits Bundeskanzlerin Merkel und Vizepräsident Pence ein Rededuell. Nun spricht Yang Jiechi, der oberste Außenpolitiker der KP Chinas. Verfolgen Sie die Konferenz hier im Livestream.

          Droht ein neuer Kalter Krieg? Video-Seite öffnen

          Stimmungsbild von der MSC 2019 : Droht ein neuer Kalter Krieg?

          Das Ende des INF-Vertrags führt zu neuen Spannungen in der Weltpolitik. Wird sich die Geschichte wiederholen? Die FAZ.NET-Redakteure Kathrin Jakob und Lorenz Hemicker gehen der Frage bei der Sicherheitskonferenz in München nach.

          Topmeldungen

          Schauspieler Bruno Ganz ist im Alter von 77 Jahren gestorben.

          Im Alter von 77 Jahren : Schauspieler Bruno Ganz ist tot

          Er war einer der Größten seiner Zunft – im Theater und im Kino. Er arbeitete mit den bedeutendsten Regisseuren zusammen und prägte klassische und zeitgenössische Rollen. Nun ist der Schauspieler Bruno Ganz im Alter von 77 Jahren verstorben.

          Streit um Notstandserklärung : Donald Trumps taktischer Fehler

          Donald Trump missbraucht mit dem Notstand seine Macht – sagen seine Kritiker. In Wahrheit gehe es Amerikas Präsidenten um andere Dinge. Ob ihm die Verordnung wirklich nützt, ist zweifelhaft. Auch aufgrund einer bestimmten Aussage.

          Stimmungsbild von der MSC 2019 : Droht ein neuer Kalter Krieg?

          Das Ende des INF-Vertrags führt zu neuen Spannungen in der Weltpolitik. Wird sich die Geschichte wiederholen? Die FAZ.NET-Redakteure Kathrin Jakob und Lorenz Hemicker gehen der Frage bei der Sicherheitskonferenz in München nach.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.