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Hilfen für Nordkorea : Unterläuft China UN-Sanktionen?

  • -Aktualisiert am

Auf Hilfe von außerhalb angewiesen: Nordkoreas Hauptstad Pjöngjang Bild: REUTERS

Nach einem UN-Bericht soll China die Nordkoreaner mit Waffen und Luxusgütern versorgen. In dem kommunistischen Staat ist die Versorgungslage weiterhin angespannt. Anhaltende Dürre könnte zu einer Hungersnot führen.

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          Ein bislang unveröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen beschuldigt China, die Sanktionen gegen Nordkorea zu unterlaufen. China sei für mehr als die Hälfte der Verstöße gegen die UN-Sanktionen verantwortlich, die die Lieferung von Waffen und Luxusgüter verbieten, schreibt die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ unter Berufung auf den Bericht und andere Quellen. Danach hätten die Vereinten Nationen in 30 Monaten 38 Verstöße registriert, bei 21 davon seien China involviert gewesen. Chinesische Häfen wie Dalian dienten als Transitpunkte, teilweise seien auch chinesische Zwischenhändler involviert. In zwei Fällen seien auch militärische Güter für Waffen oder Raketentechnik verschifft worden.

          Schlimmste Dürre seit 60 Jahren

          Die chinesische Regierung hatte in der vergangenen Woche bereits einen anderen japanischen Bericht dementiert, nachdem sie Nordkorea vier Transportfahrzeuge für Raketen geliefert haben soll. Der Bericht des UN-Ausschusses über die Nordkorea-Sanktionen soll laut Asahi nächste Woche veröffentlicht werden. Die Vereinten Nationen hatten Sanktionen gegen Nordkorea nach seinem bis dato letzten Atomtest und einem Raketentest verhängt. Außerdem wurden zusätzliche Sanktionen gegen drei nordkoreanische Unternehmen von den UN nach dem fehlgeschlagenen Raketentest in diesem Jahr beschlossen. China hatte den entsprechenden UN-Resolutionen zugestimmt, hat aber verhindert, dass in diesem Jahr mehr nordkoreanische Unternehmen unter die zusätzlichen Sanktionen fielen. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas, ein großer Teil von Nordkoreas Außenhandel läuft über die Volksrepublik.

          Unterdessen bleibt die Versorgungslage in Nordkorea angespannt und könnte sich im Laufe des Sommers sogar noch verschärfen. Nordkorea leidet nach eigenen Angaben unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren, die zu einer Hungersnot werden könnte, sagte der Leiter der deutschen Welthungerhilfe, Jamann, nach einer Reise nach Nordkorea. Das Land habe aber noch nicht um Lebensmittelhilfe gebeten, sagte Jamann am Freitag in Peking. Noch im vergangenen Jahr hatte es bei den in Nordkorea aktiven ausländischen Hilfsorganisationen Befürchtungen gegeben, dass diese das Land verlassen müssten, weil das selbstgesteckte Ziel Nordkoreas, bis 2012 ein wohlhabendes Land zu sein, erreicht sein sollte und ihre Anwesenheit offiziell überflüssig gewesen wäre..

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