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Hilfe für Flüchtlinge : Aufnahmeländer fordern mehr Unterstützung

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Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch drängen sich nach Reislieferungen. Bild: AP

Die meisten Flüchtlinge leben unter elenden Bedingungen in angrenzenden Ländern. Bangladesch und Jordanien, die Hunderttausende aus Myanmar und Syrien aufgenommen haben, klagen ihr Leid bei der UN-Generaldebatte.

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          Die Premierministerin von Bangladesch hat eine sichere und würdevolle Rückkehr für die muslimische Minderheit der Rohingya ins benachbarte Myanmar gefordert. In ihrer Rede bei der UN-Generaldebatte bezeichnete Sheikh Hasina die Rohingya am Donnerstag als „hungrig, verzweifelt und hoffnungslos“. Die Behörden in Myanmar legten Landminen entlang der Grenze, um die Geflüchteten von der Rückkehr abzuhalten. „Myanmar muss die Gewalt und die Praxis der ethnischen Säuberungen ohne Bedingungen unmittelbar und für immer beenden“, sagte Hasina.

          Seit dem 25. August sind der Internationalen Flüchtlingsorganisation IOM zufolge rund 430.000 Rohingya aus Myanmars Bundesstaat Rakhine in das überwiegend muslimische Bangladesch geflüchtet. Mehr als die Hälfte von ihnen leben laut IOM in notdürftigen Camps mit schlechtem Zugang zu Unterkunft, Essen, sauberem Wasser und Sanitäranlagen.

          Jordanien kritisiert mangelnde Hilfe

          Ebenfalls in der Generaldebatte beklagte Jordaniens Kronprinz Hussein bin Abdullah zu geringe Flüchtlingshilfe anderer Länder. „Wie kann es sein, dass ein Land wie Jordanien Millionen verzweifelten Menschen ein bescheidenes Zuhause gibt, während reichere Länder rund um die Welt herumstreiten, Tausende anzunehmen?“, sagte Abdullah. Die Welt müsse eine Entscheidung treffen.

          Dem Flüchtlingswerk UNHCR zufolge hat Jordanien neben dem Libanon pro Kopf die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Mitte 2016 lebten in dem Nachbarland Syriens fast 692.000 Flüchtlinge.

          Die Weltgemeinschaft habe vergangenes Jahr nahezu 1,7 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) für Rüstung ausgegeben, den UN-Appell für die Hilfe syrischer Flüchtlinge und deren Gastgeber-Ländern wie Jordanien aber um 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) verfehlt. „Wie kann es sein, dass ein so kleines Land wie unseres angesichts solch niederschmetternden Elends kämpft, nur um gesagt zu bekommen, dass seine Freunde an Spendenmüdigkeit leiden?“, fragte Abdullah.

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