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Helsinki-Gipfel : Jetzt bloß nicht die Stimmung verderben

Angekommen: Das Ehepaar Trump zu Gast beim finnischen Staatspräsidenten Niinisto und seiner Frau Jenni Haukio. Bild: AFP

Während in Amerika eine kleine Bombe geplatzt ist und unter westlichen Verbündeten Nervosität herrscht, trifft sich Donald Trump mit Wladimir Putin. Ob beide wieder warme Worte füreinander finden?

          Es sind Tage nach dem Geschmack des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Fußball-Weltmeisterschaft führte ranghohen Besuch nach Russland, das sich als weltoffen und modern präsentieren konnte. Und in der vergangenen Woche brachte der amerikanische Präsident Donald Trump wieder einmal Aufregung und Zwist ins Lager seiner westlichen Verbündeten: Da war der bekannte Streit um einen fairen Lastenausgleich, der ebenfalls bekannte Konflikt über die deutsch-russischen Sonderbeziehungen in der Energiepolitik und – das war neu – die Verbindung der beiden Themen durch den Mann, der es für opportun hielt, seinen sogenannten Nato-Partnern mit der Bemerkung, er könne auch sein eigenes „Ding“ machen, die Pistole auf die Brust zu setzen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Putins Sprecher, Dmitrij Peskow, beschränkte sich in der Bewertung der Ereignisse in Brüssel auf Kommentare zu Fragen, die Russland direkt betrafen. So Trumps Kritik an Deutschlands Gasgeschäft mit Russland, besonders die Ostsee-Gasleitung Nord Stream und deren geplante Erweiterung, Nord Stream2. Die Angriffe seien Ausdruck „unredlicher Konkurrenz“ und der Versuch, europäische Verbraucher zum Kauf von teurerem amerikanischen Flüssiggas zu zwingen, sagte er.

          Weder Freund noch Feind – sondern Konkurrent

          Peskow wies auch Trumps Ausspruch von Deutschland als „Gefangenem Russlands“ zurück: Gasgeschäfte führten nicht zu einseitigen, sondern zu wechselseitigen Abhängigkeiten. Zu Trumps Bemerkung, Putin sei für ihn weder Freund noch Feind, sondern ein Konkurrent, sagte Peskow trocken, für den russischen Präsidenten sei Trump „das Gegenüber“ bei den für diesen Montag anberaumten Verhandlungen beider Präsidenten.

          Man hielt sich ansonsten in Erwartung des Gipfels in Helsinki zurück – dem „wichtigsten internationalen Ereignis des Sommers“, wie es Jurij Uschakow ausdrückte, Putins außenpolitischer Berater. Uschakow, der von 1998 bis 2008 Russlands Botschafter in Washington war, äußerte sich nach dem Besuch von John Bolton, Trumps Sicherheitsberater, der Ende Juni in Moskau Details für das Treffen in Helsinki besprochen hatte. Seine Freude ist verständlich, denn der Kreml hatte seit Trumps Amtsantritt auf ein Treffen mit Putin hingearbeitet. Der sich stetig ausweitende Skandal um Russlands Einmischung in die amerikanischen Präsidentenwahlen stand im Weg. So gab es nur zwei Begegnungen am Rande multilateraler Veranstaltungen: im Juli vorigen Jahres ein rund zweistündiges Gespräch in Hamburg während des G-20-Gipfels, im November ein kurzes Treffen während des Apec-Gipfels in Vietnam.

          Die inneramerikanischen Querelen näherten Putin und Trump einander aber auch an. Moskaus Position zu den Washingtoner Aufklärungsbemühungen deckte sich mit der Trumps: Das „Establishment“ in Washington wolle den Neuling bremsen. Eine entsprechende Linie hatten Moskaus Staatsmedien, die für den republikanischen Kandidaten im Wahlkampf die Trommel gerührt hatten, schon nach Trumps Überraschungssieg ausgegeben, auch um Erwartungen der eigenen Bevölkerung zu dämpfen, nun werde im Verhältnis zum großen Widersacher schnell alles gut.

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