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Außenminister : Maas hofft auf Verbesserung der Türkei-Beziehungen

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Gespräche mit der türkischen Regierung: Bundesaußenminister Maas hofft auf eine Besserung im angespannten Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei. Bild: dpa

Bundesaußenminister Maas möchte die Vergangenheit der deutsch-türkischen Beziehungen Vergangenheit bleiben lassen. In den Vordergrund rückte bei Gesprächen in Ankara jedoch ein anderes Thema.

          Nach seinen Gesprächen mit der Regierung in Ankara setzt Bundesaußenminister Heiko Maas auf eine Normalisierung im angespannten Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei. „Ich hoffe mal, dass das der Anfang gewesen ist. Der Anfang dafür, dass das, was in der Vergangenheit gewesen ist, wirklich auch der Vergangenheit angehört“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der ARD. „Dass wir in Zukunft die Probleme, die wir miteinander haben, offen miteinander besprechen, aber auch nach Lösungen suchen – und das konstruktiv.“

          Maas hatte am Mittwoch seinen türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan getroffen. Maas sprach dabei auch das Thema von in der Türkei inhaftierten Deutschen an. Er wollte sich aber nicht näher zum Inhalt der Gespräche äußern.

          Des Weiteren stehen bei dem zweitägigen Maas-Besuch in der Türkei noch Treffen mit Wirtschaftsvertretern an. Der Wirtschaft des Landes am Bosporus macht zur Zeit eine schwere Währungskrise durch. Die Landeswährung Lira war zuletzt im freien Fall, die Inflation schnellte im August auf fast 18 Prozent nach oben, den höchsten Wert seit Ende 2003.

          Wichtigstes Thema ist die Lage in Idlib

          Wichtigstes Thema ist jedoch die Lage in Idlib. Maas stellt bei seinem Besuch der Türkei zudem Hilfe für syrische Flüchtlinge in Aussicht. Sollte es in der benachbarten syrischen Region zu Kämpfen an breiter Front kommen, sei Deutschland zur Verstärkung seines humanitären Engagements bereit. Bereits vor seinem Abflug hatte der SPD-Politiker die wichtige Rolle der Türkei hervorgehoben, eine humanitäre Katastrophe in der Provinz zu verhindern. „Wir werden unsererseits alles dafür tun, um diejenigen, die in der Region aktiv sind, aber auch andere Staaten, die sich um eine politische Lösung in der Region bemühen, dabei zu unterstützen, den Angriff auf Idlib und die drohende, humanitäre Katastrophe zu verhindern.“

          Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat Truppen an der Front im Nordwesten nahe Idlib zusammengezogen, wo zahlreiche Zivilisten, aber auch viele aus anderen Landesteilen geflohene und vertriebene Rebellen ausharren. Zuletzt bombardierte auch Russland die Aufständischen in der Region wieder. Unterstützt vom russischen Militär haben die syrischen Regierungstruppen in den vergangenen Jahren eine Rebellen-Enklave nach der nächsten zurückerobert. Die Provinz Idlib ist nun die einzige Hochburg der Aufständischen, die verblieben ist.

          In der Nacht und am Mittwochmorgen griff die syrische Armee den letzten großen Rückzugsort der Rebellen an. Bei einem Gipfeltreffen am Freitag in Teheran wollen Assads Verbündete Russland und Iran sowie die Türkei, die einen Teil der Rebellen in Syrien unterstützt, über die Lage beraten.

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