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Furcht vor Preisverfall : Heftige Zusammenstöße bei Bauernprotesten in Indien

Indische Bauern gehen am Freitag gegen die Agrarreform der Regierung Modi auf die Straße. Bild: AP

Die Lage der Bauern ist in Indien seit Jahren prekär. Die Corona-Krise hat ihre Situation noch verschärft. Nun gehen sie gegen die neuen Landwirtschaftsgesetze auf die Straße – aus Sorge um ihre Existenz.

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          In Indien ist es zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Bauern und der Polizei gekommen. Die Bauern wenden sich gegen neue Landwirtschaftsgesetze der Regierung Narendra Modis, die, wie sie befürchten, zu einem Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten führen könnten.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Bauern hatten am Freitag versucht, vom nordindischen Bundesstaat Haryana nach Delhi zu gelangen. Die Polizei hatte die Grenze zur Hauptstadt jedoch mit Lastwagen, Metallbarrieren und Stacheldraht gesperrt. Den marschierenden Bauern gelang es, einige Barrikaden niederzureißen. Sie warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

          Nach den heftigen Zusammenstößen wurden die Bauern schließlich doch noch für „friedliche Proteste“ in die Hauptstadt gelassen. Bauerngewerkschaften teilten mit, sie rechneten mit insgesamt 50.000 Teilnehmern an Kundgebungen in den kommenden Tagen. Die meisten Bauern kommen aus den Bundesstaaten Punjab und Harayana, den Kornkammern Indiens. Sie kritisieren, dass die Gesetze zur Marktliberalisierung, die im September verabschiedet worden waren, die bestehenden Mindestpreise für Getreide und andere Agrarprodukte aufweichen und den Großhändlern zu viel Marktmacht einräumen könnten. Anstatt wie bisher auf staatlich regulierten Märkten, können die Bauern ihre Produkte nun auch direkt an Privatunternehmen verkaufen.

          Tatsächlich ist die Lage vieler Bauern in Indien seit Jahren prekär. Hohe Schulden führen zu einer hohen Suizidrate. Junge Bauern flüchten aus den Dörfern in die Städte, wo sie sich als Tagelöhner verdingen. Durch die Corona-Krise waren viele von ihnen wochenlang ohne Arbeit.

          Ihre durch die Corona-Pandemie ohnehin schwierige Lage könne sich wegen der neue Gesetze noch verschlechtern, klagen die Bauern. Die meisten von ihnen sind Kleinbauern mit kaum Verhandlungsmacht gegenüber Großunternehmen. Schon die Verabschiedung der Gesetze hatte deshalb zu Tumulten im Parlament geführt. Der Oppositionspolitiker Rahul Gandhi warf der Regierung vor, sie mache die Bauern zu „Sklaven“.

          Die Regierung argumentiert, dass die Liberalisierung es den Bauern ermöglichen werde, bessere Preise auszuhandeln. Regierungschef Modi hatte deshalb von einem „Meilenstein“ gesprochen.

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