https://www.faz.net/-gpf-90h8p

Hausarrest statt Haft : Venezuelas Oppositionsführer López aus Gefängnis entlassen

  • Aktualisiert am

Leopoldo Lopez posiert Anfang Juli, vor seiner erneuten Festnahme, mit der venezolanischen Flagge. Bild: AP

Kaum aus der Haft entlassen, war der Gegenspieler von Präsident Maduro erneut festgehalten worden – vier Tage lang. Venezuelas regierende Sozialisten versuchen, ihre Macht weiter zu festigen.

          1 Min.

          Vier Tage nach seiner Festnahme ist der venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Gefängnis entlassen und wieder unter Hausarrest gestellt worden. Ihr Mann sei am Samstagabend nach Hause zurückgebracht worden, teilte seine Frau Lilian Tintori auf Twitter mit. „Wir kämpfen weiter mit mehr Überzeugung und Kraft für Frieden und Freiheit in Venezuela“, fügte Tintori hinzu.

          López und der Oppositionspolitiker Antonio Ledezma waren am Dienstag festgenommen und wegen Fluchtgefahr in einem Militärgefängnis in Haft genommen worden. Ledezma, der Bürgermeister der Hauptstadt Caracas, war nach Angaben seiner Familie bereits am Freitag aus der Haft entlassen und wieder unter Hausarrest gestellt worden. López saß zunächst weiter in Haft.

          Seine Festnahme erfolgte kurz nach der umstrittenen Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela. Die von Staatschef Nicolás Maduro eingesetzte Versammlung ersetzt das bisherige, von der Opposition dominierte Parlament und hat neben der Arbeit an einer neuen Verfassung weitreichende Vollmachten.

          Generalstaatsanwältin entlassen

          López und Ledezma zählen zu den bekanntesten Oppositionellen in dem südamerikanischen Land. Beide standen zum Zeitpunkt ihrer nächtlichen Festnahme bereits unter Hausarrest. Sie hatten zum Boykott der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung aufgerufen. Am Freitag kam das umstrittene Gremium zu seiner ersten Sitzung zusammen, als erste Amtshandlung entließ es am Samstag die regierungskritische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega.

          Trotz heftiger Kritik : Verfassungsversammlung startet in Caracas

          Der 46 Jahre alte López war erst Anfang Juli nach mehr als drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt worden. 2014 war er wegen des Vorwurfs der Anstachelung zur Gewalt bei regierungskritischen Protesten zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

          Der Chef der Partei Voluntad Popular, einer der stärksten Kräfte im Oppositionsbündnis „Mesa de la Unidad Democrática“ (MUD), wird von der amerikanischen Regierung politisch unterstützt. López und andere Oppositionspolitiker werfen Maduro vor, das Land in eine Diktatur umzuwandeln und Regierungsgegner systematisch ausschalten zu wollen.

          Weitere Themen

          In Woelkis Schatten

          FAZ Plus Artikel: Kirche und Missbrauch : In Woelkis Schatten

          Beim Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche ging es zuletzt nur noch um Kardinal Woelki und das Erzbistum Köln. Wie gehen andere Bistümer mit Missbrauchsgutachten und Betroffenen um?

          Topmeldungen

          Joe Biden und der Klimagipfel : Die beste Klimapolitik ist global

          Seit 30 Jahren wird mit ambitionierten Politiken auf Staatenebene der Eindruck vermittelt, man verzeichne Fortschritte im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Diese Suggestion gelingt nur, wenn man die entscheidende Kennziffer vernachlässigt.

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?
          Boris Johnson am Mittwoch im Unterhaus

          Johnsons Pläne : Kommt die Covid-Pille?

          Der britische Premierminister will den Bürgern mit Hilfe von Impfpässen das Reisen erleichtern. Von Herbst an soll es darüber hinaus eine Pille gegen die Covid-Infektion geben.
          Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki spricht während einer ökumenischen Andacht in Düsseldorf am 20. Februar 2021.

          Kirche und Missbrauch : In Woelkis Schatten

          Beim Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche ging es zuletzt nur noch um Kardinal Woelki und das Erzbistum Köln. Wie gehen andere Bistümer mit Missbrauchsgutachten und Betroffenen um?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.