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Journalistenmord in Slowakei : Hauptangeklagter im Fall Kuciak freigesprochen

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Der freigesprochene Hauptangeklagte Marián Kočner am Tag der Urteilsverkündung in Pezinok Bild: AFP

Der Freispruch für den Unternehmer Marián Kočner, der als Auftraggeber des Mords am slowakischen Journalisten Ján Kuciak gilt, kommt überraschend. Seine Schuld sei nicht erwiesen, urteilte das Gericht.

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          In der Slowakei ist der Hauptangeklagte im Mordfall Kuciak freigesprochen worden. Das Spezialgericht in der Kleinstadt Pezinok unweit der Hauptstadt Bratislava sah es nicht als erwiesen an, dass der slowakische Unternehmer Marián Kočner den Mord an dem Journalisten Ján Kuciak und dessen Lebenspartnerin Martina Kušnírová in Auftrag gegeben und bezahlt hat. Der eigentliche Todesschütze wurde hingegen vom Gericht schuldig gesprochen. Über Kočner und dessen kriminelles Netzwerk, das angeblich bis in die höchsten Kreise der slowakischen Politik reichte, hatte Kuciak für das Portal Aktuality.sk berichtet.

          Neben Kočner wurde auch dessen Bekannte Alena Zsuzsová freigesprochen. Der Dolmetscherin wurde vorgeworfen, dass sie als Mittlerin zwischen Kočner und den Männern, die den Mord ausgeführt haben, gedient hatte. Einen der beiden Männer, Tomáš Szabó, verurteilte das Gericht zu einer Haftstrafe von 25 Jahren. Der mit den Ermittlungsbehörden kooperierende Todesschütze Miroslav Marček war bereits im April zu einer Freiheitsstrafe von 23 Jahren verurteilt worden.

          Laut der Tageszeitung „Denník N“ wurde in dem Urteil gegen Kočner und Zsuzsová die Gerichtspräsidentin Ružena Sabová überstimmt. Sie plädierte nach Informationen der Zeitung für einen Schuldspruch. Es gehe vor allem um die Frage, ob die durch Kočner und Zsuzsová über den Kurznachrichtendienst Threema versandten Nachrichten belastbare Beweise seien. Sie gelangten im vergangenen Jahr an die Öffentlichkeit und sorgten für politische Aufruhr. In den Nachrichten kommunizierten sowohl Kočner als auch Zsuzsová mit Politikern und Funktionsträgern der damaligen sozialdemokratischen Regierungspartei Smer-SD.

          Beobachter und die nach dem Doppelmord im Februar 2018 entstandene Bürgerinitiative „Für eine anständige Slowakei“ rechnen damit, dass das Urteil an den Obersten Gerichtshof der Slowakei weitergezogen wird.

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