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Konflikt mit Iran : Hat Israel seine Luftangriffe auf den Irak ausgeweitet?

Ein israelisches Flugzeug vom Typ F-35 soll bereits einen weiteren Angriff auf eine andere Stellung in der Provinz Salahadin geflogen sein. Bild: Reuters

Der jüngste Luftschlag galt einem Bericht zufolge iranischen Militärberatern und einer kürzlich erfolgten Lieferung ballistischer Raketen aus Iran. Die israelische Regierung wollte den Angriff weder bestätigen noch dementieren.

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          Israel hat seine Luftangriffe gegen iranische Kräfte offenbar von Syrien auf den Irak ausgeweitet. Wie die dem saudischen Königshaus nahestehende Zeitung „Asharq al Awsat“ am Dienstag berichtete, griffen israelische Kampfflugzeuge vergangenen Sonntag Raketenlager in Camp Ashraf nordöstlich von Bagdad an. Der Luftschlag soll iranischen Militärberatern und einer kürzlich erfolgten Lieferung ballistischer Raketen aus Iran gegolten haben.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Bereits am 19. Juli habe Israel einen weiteren Angriff auf eine andere Stellung in der Provinz Salahadin geflogen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf „westliche diplomatische Quellen“. Dabei sei ein Tarnkappen-Flugzeug vom Typ F-35 eingesetzt worden. Zu der Zeit hatte der saudische Sender Al Arabiya berichtet, dass bei einem Angriff Angehörige der iranischen Revolutionsgarden getötet worden seien; aus Iran stammende ballistische Raketen seien dort in Kühlfahrzeugen versteckt gewesen.

          Die israelischen Streitkräfte gaben zunächst keine Stellungnahme ab. Israels Minister für regionale Angelegenheiten Tzachi Hanegbi wollte den Angriff auf Anfrage des Nachrichtenportals ynet am Dienstag weder bestätigen noch dementieren, sagte aber, dass sich Israels Vorgehen gegen iranische Kräfte und Waffentransporte „hauptsächlich auf Syrien“ fokussierten.

          Vergangene Woche hatte Hanegbi noch gesagt, dass „Israel seit zwei Jahren das einzige Land der Welt ist, das Iraner tötet“. Weiter sagte Hanegbi, „wir haben die Iraner Hunderte Male in Syrien angegriffen – manchmal geben sie es selbst zu, manchmal legen ausländische Medien die Sachen offen“.

          Israel verfolgt das erklärte Ziel, weder Iran noch dessen schiitischen Stellvertretermilizen zu erlauben, sich in Syrien festzusetzen und dort oder anderswo gegen Israel gerichtete Raketenstellungen aufzubauen. Dies betrifft auch den Libanon und den Irak, die Israel als Teil eines schiitischen Korridors ansieht, den Teheran von Iran bis an die libanesische Küste zu spannen suche.

          Die nun offenbar angegriffenen Orte im Irak könnten nach früheren Berichten als vorgeschobenes iranisches Lager für Raketen gedient haben, die über die bereits von schiitischen Milizen kontrollierten Landverbindungen binnen weniger Stunden nach Syrien verbracht werden könnten. Die im Gegensatz zu den bisherigen Zielen in Syrien größere Entfernung zwischen Israel und Irak erschwere den Einsatz der israelischen Luftwaffe.

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