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Menschenrechtsverletzungen : Hat der WWF brutale Wildhüter unterstützt?

  • -Aktualisiert am

Pandas aus Pappmaschee: Fundraising-Aktion für den WWF in Thailand Bild: dpa

Es soll um Folter und sogar um Mord gehen: Die schweren Vorwürfe gegen die Naturschutzorganisation WWF lösen weltweit Bestürzung aus. Abgeordnete des britischen Unterhauses drängen ihre Regierung dazu, den Fall zu untersuchen.

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          Am Montagmorgen veröffentlichte „Buzzfeed“ einen Bericht, in dem die Naturschutzorganisation WWF im Kern beschuldigt wird, seit Jahren mit kriminellen Wildhütern und gewalttätigen Paramilitärs zu kooperieren. Vor allem in Asien und Afrika sei es dadurch zu Folter, einer versuchten Vergewaltigung und sogar zu Mord gekommen.

          Der WWF versprach daraufhin eine „unabhängige Überprüfung“ der schwerwiegenden Vorwürfe durch Menschenrechtsexperten: „Respekt für Menschenrechte steht im Zentrum unserer Mission.“ Dazu habe die Organisation die britische Anwaltskanzlei „Kingsley Napley“ beauftragt, wie der Guardian berichtete. Dennoch lösen die Anschuldigungen weltweit Bestürzung und Entrüstung aus.

          Victoria Tauli-Corpuz, die UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker, ist in ihrer Wortwahl noch vorsichtig. „Buzzfeed“ gegenüber sagte sie, sie finde die Ereignisse „bedauernswert“. Daher hoffe sie, dass die unabhängige Untersuchung Licht ins Dunkel bringe und die Opfer entschädige. Der britische Abenteurer Ben Fogle, in seiner Heimat eine Fernsehpersönlichkeit, zog Konsequenzen: Er kündigte bei Twitter an, seine Rolle als Botschafter des WWF niederzulegen.

          Bereits 2017 hat die Nichtregierungsorganisation „Survival International“, die sich für indigene Belange einsetzt, eine 228-seitige, formale Beschwerde an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) übermittelt. Darin beklagt die NGO, dass der WWF daran scheiterte, Menschenrechtsverletzungen am Baka-Volk in Kamerun zu verhindern. Bei Twitter zeigte sich „Survival International“ erfreut über den „Buzzfeed“-Bericht. Die vom WWF angekündigte unabhängige Prüfung ist für die NGO jedoch Augenwischerei: „Hofft ihr, dass der Wirbel sich legt und alles wieder in die Normalität zurückkehrt?“, schrieb die Organisation auf Twitter.

          Womöglich hat der WWF sogar mit konkreten Konsequenzen zu rechnen. Abgeordnete des britischen Unterhauses sowohl von der Labour- als auch der Konservativen Partei haben die Regierung von Theresa May dazu aufgerufen, den Fall zu untersuchen. Es geht um die Verwendung öffentlicher Gelder: Bis Ende Dezember 2016 hat das britische Ministerium für internationale Entwicklung noch Millionen Pfund im Rahmen von Partnerschaftsprogrammen an den WWF gegeben. Die Regierung müsse sofort auf die „ernsten Enthüllungen“ reagieren, sagte der Labour-Politiker Stephen Twiggs, Vorsitzender des Komitees für internationale Entwicklung, laut dem „Buzzfeed“-Bericht.

          Priti Patel, ein konservativer Abgeordneter, nannte die Vorwürfe „entsetzlich und tief verstörend“. Es sei im Interesse der Steuerzahler und Spender aufzuklären, ob ihr Geld womöglich Menschenrechtsverletzungen finanziert habe.

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