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Fragwürdiger Erfolg : Hat China die Armut wirklich besiegt?

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang bei der Eröffnungssitzung des Volkskongresses am 5. März in Peking Bild: dpa

Nach offiziellen Angaben gibt es in der Volksrepublik kaum noch Arme, Xi Jinping leitet daraus eine globale Führungsrolle für China ab. Eine nüchterne Betrachtung wirft jedoch Fragen auf.

          4 Min.

          Chinas Ministerpräsident Li Keqiang zählte am Freitag vor dem versammelten Volkskongress drei Erfolge auf, die China im vergangenen Jahr erreicht habe: die Eindämmung des Coronavirus, eine im Vergleich zum Rest der Welt prosperierende Wirtschaft und die Überwindung der extremen Armut. Für Letzteres wählte der sonst eher nüchterne Regierungschef große Worte: Es handle sich um „einen entscheidenden Sieg“, mit dem „wir in die Geschichte eingehen dürften“.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Nach offiziellen Angaben wurden in den vergangenen zehn Jahren 99 Millionen Chinesen über jene Armutsschwelle gehoben, die die Regierung bei einem Einkommen von 2,30 Dollar pro Tag verortet. Das Verdienst dafür reklamiert Staatschef Xi Jinping für sich. Er hat die Armutsbekämpfung von Anfang an zu einem zentralen Thema seiner Herrschaft gemacht. In einem Kommentar der „Volkszeitung“ zu dem Thema wurde sein Name 139 Mal genannt.

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