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Mehr Regenwald vernichtet : Hat Brasilien Daten zur Abholzung zurückgehalten?

  • Aktualisiert am

Holzstämme in einem Sägewerk in Porto Velho, das von verkohlten und abgeholzten Feldern umgeben ist. Bild: dpa

Die Abholzung des Regenwaldes im Amazonasgebiet in Brasilien hat nach neuesten Daten den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Umweltschützer werfen der Regierung vor, sie habe das auf der UN-Klima-Konferenz in Glasgow verschwiegen.

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          Umweltschützer werfen der brasilianischen Regierung vor, die Bekanntgabe der jüngsten Abholzungszahlen bewusst bis nach der UN-Klimakonferenz in Glasgow hinauszögert zu haben. Präsident Jair Messias Bolsonaro habe sich damit vor Imageschäden und Kritik bei dem Gipfeltreffen schützen wollen, so die Umweltschützer.

          Die Abholzung im brasilianischen Amazonaswald ist nach Daten des staatlichen Klimainstituts Inpe mit 13.235 Quadratkilometern auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Zuletzt war 2006 mit 14.286 Quadratkilometern ein ähnlich hoher Wert gemessen worden. Die von August 2020 bis Juli 2021 erhobenen Daten ergeben nun eine Zunahme von 22 Prozent gegenüber dem vorherigen Zwölfmonatszeitraum.

          Zweifel an Versprechen der brasilianischen Regierung

          Die am Donnerstag von Inpe veröffentlichten Dokumente belegen nach Aussage von Umweltschützern auch, dass die Abholzungszahlen bereits am 27. Oktober veröffentlicht werden sollten, also noch vor Beginn der UN-Klima-Konferenz in Glasgow am 31. Oktober. Medienvertreter und Umweltorganisationen hatten während der Konferenz die brasilianische Delegation aufgefordert, die aktuellen Zahlen vorzulegen. Regierungsvertreter gaben jedoch an, diese lägen noch nicht vor.

          Der Anstieg bei der Abholzung wirft Zweifel an den von Brasilien in Glasgow gemachten Versprechen auf, die illegale Abholzung bis 2028 auf Null zu senken. Zuvor sollte dies bis 2030 geschehen. Allerdings gehe die Regierung davon aus, dass nur ein kleiner Teil der Baumfällungen illegal sei. Umweltschutzorganisationen halten hingegen fast die gesamte Abholzung in Amazonien für illegal.

          Bolsonaro unterstützt die Forderung von Landwirten, Agrarflächen in Amazonien zu schaffen. Dafür soll auch der Schutz von Indigenengebieten aufgehoben werden, die über intakte Waldgebiete verfügen. Zudem kürzte Bolsonaro die Gelder der staatlichen Umweltbehörden Ibama und ICMBio. Ein ausreichender Schutz der Gebiete vor illegalen Aktivitäten ist damit nicht gegeben. Die Waldzerstörung ist zudem für rund drei Viertel von Brasiliens Treibhausgasemissionen verantwortlich.

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