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Harry und Meghan : Die Autorität der Monarchie steht auf dem Spiel

  • -Aktualisiert am

Prinz Harry und Herzogin Meghan am Tag ihrer Hochzeit im Mai 2018 Bild: dpa

Großbritannien bräuchte mehr denn je den ruhenden Pol des Königshauses. Wenn die Royals ihr Haus nicht sehr bald in Ordnung bringen, gefährden sie die Monarchie.

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          Historische Vergleiche treffen selten völlig zu. Aber eine solche Erschütterung der britischen königlichen Familie durch ein noch lebendes Mitglied hat es vermutlich zuletzt 1936 gegeben. Damals dankte König Edward VIII. ab, um, wie er in seiner Ansprache formulierte, „die Frau, die ich liebe“, heiraten zu können.

          Diesmal ist es zwar nur die Nummer sechs in der Thronfolge, die die weitere Mitarbeit in der „Firma“ bis auf weiteres verweigert. Aber die Entscheidung von Prinz Harry und seiner Frau fiel offenbar ohne vorherige Absprache mit der Königin und dem Rest der Familie. Die Tiefe des Zerwürfnisses deutete die offizielle Mitteilung des Palastes, die von „Verletzungen“ spricht, nur an. Aber gerade diese sprachliche Zurückhaltung spricht Bände.

          Großbritannien, dieses durch die Brexit-Debatte ohnehin politisch zerrissene Land, könnte gerade jetzt an der Staatsspitze Ruhe gebrauchen. Die Kontinuität der Thronfolge ist trotz des hohen Alters der Königin gesichert. Aber in einem System wie dem britischen kommt es nicht nur auf Formalitäten, sondern auch auf den äußeren Eindruck an. Und da gibt die erste Familie des Landes zur Zeit ein denkbar schlechtes Bild ab. Elisabeth II. hat das in ihrer Weihnachtsansprache dezent angedeutet, als sie von einem unruhigen Jahr 2019 sprach.

          2020 beginnt nicht besser. Die Krise um Prinz Andrew, der durch sein Festhalten an der Freundschaft zu Jeffrey Epstein ein merkwürdiges Verständnis von Anstand offenbarte, ist noch nicht vorbei. Was auch immer die genauen Gründe für die Entscheidung Prinz Harrys und seiner Frau Meghan für ihren Rückzug gewesen sein mögen: Es ist sehr deutlich geworden, dass dem Hause Windsor ein energischer Krisenmanager fehlt.

          Im Fall von Prinz Andrew soll Thronfolger Charles dem Uneinsichtigen ins Gewissen geredet haben. Da blieb womöglich nicht genug Zeit, um sich auch noch um die Befindlichkeiten seines Sohnes Harry zu kümmern. Wenn die Royals ihr Haus nicht sehr bald in Ordnung bringen, gefährden sie die Monarchie. Und das wäre auch politisch keine gute Nachricht.

          Prinz Harry und Meghan Markle sitzen 2017 auf der Tribüne bei den „Invictus Games“ in Toronto – es ist ihr erster gemeinsamer Auftritt als Paar in der Öffentlichkeit. Bilderstrecke
          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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