https://www.faz.net/-gpf-9b3nb

Handelsstreit-Kommentar : Suche nach Gleichgesinnten

Donald Trump steigt am Samstag in die Air Force One ein. Bild: AP

Trump unterscheidet nicht mehr zwischen Freund und Feind. Jetzt suchen die Europäer nach Gleichgesinnten auf der Welt. Fraglich ist nur, ob geopolitisch exponierte Länder den offenen Konflikt mit Washington riskieren wollen.

          Schon früher gab es heftigen bis wütenden Dissens im Westen; man denke nur an den Irak-Krieg unter George W. Bush, dessen Kriegsallianz ein Teil der Europäer vehement entgegentrat. An Bushs „Koalition der Willigen“ schieden sich die Geister.

          Der Streit, den Präsident Trump losgetreten hat und in dem er nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheidet, geht ans Eingemachte, ins Prinzipielle. Und siehe da: Jetzt suchen die Europäer nach Gleichgesinnten auf der Welt – nach einer „Koalition der Willigen“.

          Marktwirtschaftlich organisierte Demokratien sollen helfen, den Multilateralismus hochzuhalten. Die G-7-Partner Japan und Kanada, Australien und Neuseeland und noch ein paar andere Länder fallen einem sofort ein. Die sind, selbst in der Summe, kein Ersatz für die Vereinigten Staaten, die unter Trump nicht mehr der Hüter der globalen Ordnung sein wollen.

          Aber womöglich gibt es mehr Gleichgesinnte, mit denen die Wirtschaftsbeziehungen intensiviert werden könnten, als man denkt. Frage ist nur, ob geopolitisch exponierte oder isolierte Länder den offenen Konflikt mit Washington riskieren wollen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Ziemiak äußert sich zu Rezo-Video Video-Seite öffnen

          „Er hat einen Punkt getroffen“ : Ziemiak äußert sich zu Rezo-Video

          Nach dem millionenfach angeklickten Youtube-Video mit harschen Attacken auf die CDU lädt die Partei Urheber Rezo zum Gespräch. Im Dialog mit dem Youtuber sei ihm wichtig, wie junge Menschen für Politik begeistert werden könnten, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in Berlin.

          Topmeldungen

          Verstehen sich: EU-Kommissionspräsident Juncker und Kanzlerin Merkel.

          Juncker über Merkel : „Die Geschichte wird ihr Recht geben“

          Merkel habe in der Flüchtlingskrise „richtig gehandelt“, lobt der scheidende EU-Kommissionspräsident. Österreich und Ungarn wären „unter der Last der Flüchtlinge zusammengebrochen“, hätte Deutschland seine Grenzen nicht geöffnet.
          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.